Wie draufgängerisch sind Sie im Betriebsalltag? Falls Sie eher zurückhaltend agieren: Frustriert Sie dann die leidige Tatsache, dass in Wettbewerbssituationen oft nicht jene Person siegt, die besser ist, sondern jene, die am wenigsten das Risiko scheut? Egal, ob es nun um berufliche Vorstellungsgespräche, politische Wahlkämpfe oder sportliche Qualifikationswettkämpfe geht.
Auch die Wissenschaft nimmt sich dieses irritierenden Umstandes an und beschäftigt sich zunehmend mit der Frage, wieweit individuelle Risikobereitschaft die Wahrscheinlichkeit beeinflusst, mit der sich der talentiertere von zwei Teilnehmenden in einem Auswahlverfahren durchsetzt – oder eben nicht.
Da kann die Spieltheorie durchaus Antworten liefern. Diese Theorie zeigt zweierlei. Erstens: Je risikoscheuer ein Teilnehmender ist, desto schlechter sind seine Gewinnchancen. Es sei denn, er besitzt gegenüber dem Konkurrenten von Anbeginn weg einen matchentscheidenden Vorteil etwa in Form eines grösseren Talents.
Rasch brennen bei Risikofreudigen denn auch die Pferde durch.
Zweitens: Bei zunehmender Siegesprämie vergrössern sich die Gewinnchancen besonders risikobereiter Mitstreiter im Vergleich zu ebenso talentierten, aber risikoscheuen Konkurrenten. Rasch brennen bei Risikofreudigen denn auch die Pferde durch, was besonders verlockende Prämien und Boni eher obsolet erscheinen lässt.

