Wind – das ist der erste Atemzug eines neugeborenen Kindes. Denn wie ein Sturmwind strömt die Luft in seine Lunge und entfaltet sie bis in die äussersten Ästchen der Bronchien.
Wind – das ist das erste Lebenszeichen eines Menschenkindes, sein erstes Ausatmen. Und es ist nicht zu überhören, wenn die Luft die kleinen Stimmbänder in Schwingung versetzt und sein erster Schrei den Raum erfüllt.
Wind – das ist auch der erste Atemzug der christlichen Kirche, deren Geburtstag wir an Pfingsten feiern. Denn wie ein Sturmwind fährt Gottes Geist daher und ergreift und bewegt die ersten Christinnen und Christen.
Gottes Geist weht, wo er will
Sein heiliger Atem erfüllt sie neu, lässt ihre totgeglaubte Hoffnung wieder aufstehen und bringt ihre Zungen und Stimmbänder in Schwingung: Worte neuen Lebens werden hörbar und für alle verständlich. Protestworte des Lebens inmitten einer Welt, in der noch immer Finsternis und Chaos wirken und die von Leid, Geschrei und Tod gezeichnet ist.

