Unterhalb des Bachtels, auf 900 m, befindet sich der idyllische Walder Bachtelweiher, der Wanderer staunend innehalten lässt. Anwohner, aber auch Einheimische aus dem Dorf pilgern jeweils im Sommer zum Seelein am Bachtel, um ein erfrischendes Bad zu nehmen. Eine 80jährige Anwohnerin hat schon als Kind da gebadet und tut es noch immer. Der Weiher ist nur zu Fuss erreichbar, was Besucher mit Autos von vornherein abschreckt. Und weil er zu unserem Dorf gehört, schützen wir ihn und lassen keine Abfälle liegen.
Baden nicht mehr möglich
Nach einer wechselvollen Geschichte als Industrieweiher steht das kleine Gewässer heute in einem Naturschutzgebiet, sodass die kantonale Verwaltung die Oberhoheit besitzt. Nun plant der Kanton nächstes Jahr eine Verkleinerung des Weihers, um der Gefahr eines Dammbruchs entgegenzuwirken. In Wald selbst wird diese Gefahr als sehr theoretisch beurteilt. Schlimmstenfalls könnte sich eines Tages ein Leck bilden. Den Weiher deshalb zurückzubauen, wäre
unverhältnismässig – und ausserdem teuer. Und Baden wäre dann unter Umständen nicht mehr möglich.
Die Befürchtung mag übertrieben sein. Und die Beamten von der kantonalen Fachstelle für Naturschutz sind zweifellos nette Menschen. Wer sich für die Natur engagiert, ist kein Technokrat. Ich habe mit solchen Menschen schon gute Gespräche geführt. Doch darum geht es nicht. Sondern darum, dass diese freundlichen Biologinnen und Biologen die Entscheidungsbefugnis haben. Die Naturschutzgebiete liegen in ihrem Kompetenzbereich.
Sie allein letztlich können entscheiden, wie weit sie unsere Argumente einbeziehen wollen. Wenn sie die Haltung vertreten, dass Badende in einem Naturschutzgebiet nichts verloren haben, können sie dafür sorgen, dass der Bachtelweiher durch die
Sanierung zum Sumpf verkommt. Auch mit Steuergeldern aus Wald.

