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Ist die Ustermer SP selbst ein Scherbenhaufen?

Die am Donnerstag bekannt gewordene Aufsichtsbeschwerde gegen Bezirksrat Ludi Fuchs (SP) ist bereits wieder Makulatur: Der Stadtrat zieht sie zurück. Gleichzeitig bläst Fuchs nun zum Angriff auf die Parteispitze: Es droht ein öffentlicher Zwist. Der Kommentar der Stellvertretenden Ressortleiterin Bezirk Uster, Lea Chiapolini.

Da schien die Welt noch in Ordnung: SP-Präsident Matthias Stammbach an der Wahlfeier.

(Archivfoto: Nick Soland)

Ist die Ustermer SP selbst ein Scherbenhaufen?

Als im März die Straf­anzeigen gegen Patricia Bernet und Ludi Fuchs bekannt wurden, hielt sich die Ustermer SP mit Kritik nicht zurück. Die Anzeigen und der Umgang mit dem Federas-Bericht würden ein schlechtes Bild auf die Konflikt- und Führungskultur im aktuellen Stadtrat werfen.

Der Stadtrat täte gut ­daran, die Sache möglichst zügig zu bereinigen und den Weg für den Aufbau einer neuen, vertrauensvollen Zusammenarbeit mit der Primarschulpflege frei zu machen. Leider würden die Stellungnahmen der bürger­lichen Parteien auf das Gegenteil hinweisen, hiess es im Sta­tement weiter: «Offenbar sind sie nicht willens oder nicht in der Lage, die Rolle der eigenen Stadtratsmitglieder kritisch zu hinterfragen.» 

Eine Anschuldigung, die im Licht der neusten Erkenntnisse scheinheilig wirkt. So trug ein Mitglied der Ustermer SP seinen Groll über die Äusserungen von Ludi Fuchs – einem Parteikollegen – in den Stadtrat. In der ­Folge reichte das Gremium mit drei SP-Vertreterinnen eine Aufsichtsbeschwerde gegen Fuchs ein, zusätzlich zur Strafanzeige. 

Nun holt Fuchs zum Gegenschlag aus. Er macht Vorgänge und Dokumente zu Strafanzeige und Aufsichtsbeschwerde ­öffentlich – ohne Wissen des Parteipräsidenten Matthias Stammbach. Ein weiterer Hinweis darauf, wie sehr sich Fuchs von der eigenen Partei im Stich gelassen fühlt: Während eines ganzen Jahrs habe sie ihre Mitglieder zu wenig unterstützt. Dass er sein Missfallen auf diese Art und Weise ausdrückt, ist ein Hinweis darauf, wie tief der Graben zwischen ihm und dem Parteivorstand ist. 

Im Frühling hatte die SP noch postuliert, der «Scherbenhaufen Primarschule» sei vielmehr ein «Scherbenhaufen Stadtrat unter bürgerlicher Führung» – zu einer Zeit, als bereits in der ­eigenen Partei Gesprächsbedarf bestand. Bleibt die Frage, ob die Mitgliederversammlung die geforderte Transparenz schaffen und das Vertrauen in die Parteiführung wiederherstellen kann. Falls nicht, droht ein «Scherbenhaufen SP». 

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