Amateure sägen den Profi ab
Noch nicht einmal das erste Drittel der Saison ist vorbei – und der EHC Dübendorf zieht bereits die Reissleine. Das überrascht zu diesem Zeitpunkt in der Saison. Die Resultate sind zwar nicht überragend, aber auch nicht wirklich schlecht. In Not steckt der Klub nicht – der fünfte Zwischenrang nach neun Partien ist angesichts der vielen Wechsel im Team vor der Saison akzeptabel.
Die Probleme in Dübendorf sind subtiler, sie hängen nicht direkt mit dem Totomat zusammen. Unter Andrea Cahenzli zogen nicht mehr alle am selben Strick. Eine Gruppe im Team stellte sich gegen ihn. Es geht um Disziplin, um Einstellung, letztlich auch um Respekt und Autorität. Neu sind diese Probleme nicht, sie waren mit ein Grund, dass in der letzten Saison der Playoff-Final gegen Frauenfeld verloren ging.
Dass die Klubführung diesen Zustand nicht toleriert, ist richtig und nachvollziehbar. Ob sie mit dieser Massnahme aber das richtige Zeichen setzt, muss sich weisen. Denn mit dem Trainerwechsel macht sie auch jene zu Siegern, die letztlich Cahenzlis Autorität untergraben hatten. Die Spieler stünden nun in der Verantwortung, heisst es – doch das ist eine Floskel. Man könnte ketzerisch entgegnen: Sie übernehmen sie nur, bis ihnen am nächsten Trainer etwas missfällt.
Am Ende wurde Profitrainer Cahenzli also von Amateurspielern gebodigt. Mit dem Trainerwechsel hat der Klub wohl die Lage für den Moment etwas entschärft, das Hauptproblem aber hat er noch nicht gelöst: Der Mannschaft eine Leistungskultur einzuimpfen, die von Disziplin und von Einsatzbereitschaft geprägt ist – und nicht von Machtspielen. Soviel Professionalität sollten auch Amateurspieler an den Tag legen können.

