Wo bleiben Güte und Transparenz?
Der lang ersehnte Bericht der Rekurskommission ist endlich da. Dieser entlastet den Egger Pfarrer und Kirchenpflegepräsidenten von sämtlichen Vorwürfen des Mobbings und der Verletzung der Fürsorgepflicht (wir berichteten). Dies, obwohl aktuelle und ehemalige Mitarbeitende mit Nachdruck Kritik äusserten. Die Rekurskommission ordnet diese Kritik als Vorwürfe am Führungsstil des Pfarrers ein, die kein Einschreiten der Aufsichtsbehörde fordert. Massnahmen zu ergreifen, um interne Konflikte in Zukunft zu verhindern, sei Sache der Kirchenpflege oder des Pfarrers – also der kritisierten Partei.
Diese hat den Bericht der Rekurskommission mit Freude gelesen. Pfarrer und Kirchenpflegepräsident betonen, sie hätten aufgrund des Persönlichkeitsschutzes nicht offener kommunizieren können, was in der medialen Berichterstattung zu einem Ungleichgewicht geführt habe.
Die Gelegenheit, offen zu kommunizieren, hätte die Katholische Kirche spätestens jetzt mit dem Entscheid der Rekurskommission gehabt. Doch diese entschied sich, die Beschwerdeführer nicht direkt zu informieren. Dieses Vorgehen, aber auch der Entscheid an sich werden die Stimmung innerhalb der Kirchengemeinde kaum verbessern. Und dies in einer Institution, die eigentlich für Güte und Vergebung stehen sollte.
Es ist fraglich, wie es den Verantwortlichen gerade jetzt gelingen sollte, die erhoffte Beruhigung zu schaffen. Ob die Bemühungen erfolgreich sind, wird man daran ablesen können, ob es in näherer Zukunft zu weiteren Kündigungen kommt.
