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«Maurmer Post» sucht neuen Chefredaktor

Seit Mai 2023 leitet Thomas Renggli die «Maurmer Post». Jetzt ist seine Stelle ausgeschrieben worden. Was sind die Hintergründe?

Thomas Renggli führt die «Maurmer Post» seit Mai 2023. Jetzt ist seine Stelle ausgeschrieben. (Archiv)

Foto: Seraina Boner

«Maurmer Post» sucht neuen Chefredaktor

Stelleninserat im Gemeindeblatt

Die «Maurmer Post» kommt nicht zur Ruhe. Mit einem Stelleninserat sucht das Gemeindeblatt einen neuen Chefredaktor.

Das Inserat in der aktuellen Ausgabe der «Maurmer Post» kommt für Aussenstehende überraschend. Auf Seite 3 steht in grünen Lettern: «Auf den 1. April 2024 oder nach Vereinbarung suchen wir einen Chefredaktor (m/w) ca. 50 %.»

Man sieht den Ausschnitt einer Zeitung mit einer Stellenanzeige.
An bester Stelle prangt in der aktuellen «Maurmer Post» die Stellenanzeige, in der ein neuer Chefredaktor oder eine neue Chefredaktorin gesucht wird.

Überraschend ist die Stellenausschreibung, weil die wöchentlich erscheinende Gemeindezeitung seit dem 1. Mai 2023 mit Thomas Renggli einen versierten, in der Gemeinde wohnhaften Journalisten und Autor als Chefredaktor hat. Der 52-Jährige hat in seiner Karriere zahlreiche Bücher verfasst und schrieb für den «Blick», die «Schweizer Illustrierte», die «Weltwoche» sowie die «Neue Zürcher Zeitung» jene Zeitung also, in der sein direkter Vorgesetzter Herbie Schmidt als Redaktor angestellt ist.

Schmidt ist Präsident der fünfköpfigen Kommission «Maurmer Post», die als Bindeglied zwischen der Redaktion und der Gemeinde als Herausgeberin die Einhaltung der Redaktionsrichtlinien überwacht. Er sucht nun eine Nachfolge für Renggli.

Mehrere Ausgaben der «Maurmer Post» liegen übereinander, Symbolbild.
Die «Maurmer Post» erscheint jeden Freitag in einer Auflage von rund 5000 Exemplaren.

Dieser hatte seine Stelle als Chefredaktor vor neun Monaten in unruhigen Zeiten angetreten. Der Gemeinderat plante damals, die Zeitung in private Hände zu übergeben. Nicht mehr die Gemeinde, sondern ein privater Verlag sollte künftig als Herausgeber und als Arbeitgeber der vierköpfigen Redaktion auftreten. Die Privatwirtschaft sei dafür besser geeignet als die öffentliche Hand, so das Hauptargument.

Kurz nach Bekanntwerden der Absicht im Februar 2023 reichte die langjährige Chefredaktorin Annette Schär ihre Kündigung ein. Renggli wurde interimistisch als Nachfolger eingesetzt, bis Klarheit über die Zukunft des Blatts herrschte.

Diese schaffte die Gemeindeversammlung vom 12. Juni, an der die Pläne des Gemeinderats wuchtig verworfen wurden. Die Maurmerinnen und Maurmer wollten an ihrer beliebten Dorfzeitung nichts ändern. Im Gegenteil: Sie überführten die redaktionelle Hoheit vom Gemeinderat an die fünfköpfige Kommission. In einer Leistungsvereinbarung, datiert am 4. Dezember 2023, werden die Kompetenzen und Verantwortlichkeiten zwischen Gemeinde und Kommission klar abgegrenzt.

Zu diesen Kompetenzen gehört auch die Wahl eines Chefredaktors respektive einer Chefredaktorin. Schmidt hatte Renggli vor einer Woche mitgeteilt, dass die Stelle ausgeschrieben werde, und ihn eingeladen, sich auf die Stelle zu bewerben, die er schon seit Mai 2023 innehat. «Thomas Renggli hat einen befristeten Vertrag bis Ende März 2024 unterschrieben. Das Engagement war von Anfang an als temporäre Lösung gedacht», sagt Schmidt. «Als wir Thomas Renggli im Mai 2023 mit der Führung der ‹Maurmer Post› betraut hatten, war nicht klar, was mit der Zeitung passieren würde.»

In diesem befristeten Vertrag sei auch nirgends von einer möglichen Verlängerung die Rede gewesen. Dass die Stelle nun ausgeschrieben werde, sei deshalb «in diesem Zusammenhang ein völlig normaler struktureller Prozess».

Renggli wird sich diesem Prozess nicht verwehren: «Der Job macht mir grosse Freude. Ich spüre Support im Team – und bei den Lesern.» Er werde sich deshalb «ganz sicher mit allen notwendigen Dokumenten und Referenzen bewerben», so Renggli, «und ich hoffe auf eine faire Selektion durch die Kommission.»

Diese sichert ihm Kommissionspräsident Schmidt zu: «Thomas Renggli hat von allen potenziellen Bewerbern einen Vorteil. Er ist schon eingearbeitet.»

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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