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Masterplan für Unterwetzikon nimmt erste Formen an

Wie wird das Wetziker Bahnhofsgelände und dessen Umgebung in Zukunft aussehen?  Mit einem Masterplan will die Stadt Klarheit schaffen.

Für das Gebiet um den Bahnhof soll ein Masterplan für ein koordiniertes Vorgehen sorgen.

Foto: Simon Grässle

Masterplan für Unterwetzikon nimmt erste Formen an

Stossrichtung definiert

Wie wird das Wetziker Bahnhofgelände und dessen Umgebung in Zukunft aussehen?  Mit einem Masterplan will die Stadt Klarheit schaffen. Aus vielen Vorschlägen liegt nun ein «Best-of» vor.

In den vergangenen Jahren haben die Stadt Wetzikon, die SBB und Private diverse Anläufe unternommen, das Bahnhofareal neu zu gestalten. Daraus ist nichts geworden.

Das soll sich jetzt ändern: Die Stadt Wetzikon arbeitet gemeinsam mit den SBB an einem Masterplan. Dessen Ziel ist es, die verschiedenen privaten und öffentlichen Bauvorhaben miteinander zu koordinieren.

Die Planung

Im vergangenen Hebst hat die erste Forumsveranstaltung stattgefunden. Eingeladen waren Grundeigentümern, verschiedene Interessengruppen, Quartiervereine sowie Gewerbler.

«Es ist uns ein grosses Anliegen, dass der Masterplan breit abgestützt ist», sagt Stefan Lenz (FDP). Er ist als Stadtrat zuständig für Hochbau und Planung.

Zu den vier Schlüsselelementen des Masterplans gehören Bushof und Mobilität, Quartierbildung und Nutzungen, Freiraum und Stadtklima sowie die Anbindung an umliegende Quartiere.

Im Herbst wurden vier mögliche Szenarien als erste Stossrichtung besprochen. «Daraus haben wir jetzt ein ‹Best-of› zusammengestellt», erklärt Lenz.

Zwei Haltestellen für Busse

«Der Bahnhof Wetzikon soll zur Mobilitätsdrehscheibe werden», sagt Stefan Lenz. Das bringt Veränderungen für Pendlerinnen und Pendler.

Der zukünftige Bushof von Wetzikon wird vermutlich zweigeteilt. «Aus Analysen und in den Gesprächen mit der Bevölkerung hat sich gezeigt, dass dies als sinnvoll betrachtet wird», erklärt Lenz. Zum einen auf der Nordseite, an der Rapperswilerstrasse und zum anderen auf der Südseite an der Guyer-Zeller-Strasse. 

Je nach Fahrziel sollen die Buslinien auf die beiden Standorte aufgeteilt werden. Insgesamt sind zwölf Haltekanten geplant. «Zehn davon sollen für die regulären Busverbindungen genutzt, zwei für Bahnersatzbusse bereitstehen», sagt der Stadtrat. Der Bedarf an Haltekanten wird im Zusammenhang mit dem S-Bahn-Ausbau nochmals verifiziert.

Das Land für den geplanten Bushof gehört den SBB. «Und das werden sie auch nicht verkaufen.» Die Bundesbahnen hätten aber ein grosses Interesse am Projekt.

Dazu sind in Zukunft auch Veränderungen im Busverkehr geplant – und zwar soll ein eigenes Stadtbuskonzept für Wetzikon geprüft werden. «Das ist aber nicht Teil des Masterplans, sondern der Revision der Ortsplanung», sagt Lenz.

Wo sind die Parkplätze?

Doch nicht nur für den Busverkehr stehen Veränderungen an. Der Masterplan sieht weiterhin einen Parkplatz am heutigen Standort vor. Dieser könnte unter Umständen jedoch verkleinert werden, falls dort ein Teil des Bushofes gebaut wird.

Eine Möglichkeit sind auch Parkplätze im Untergeschoss oder einem Parkhaus mit mehreren Etagen.

Stefan Lenz (FDP)

Stadtrat von Wetzikon

«Für eine funktionierende Mobilitätsdrehscheibe ist es aber notwendig, genügend Parkplätze anzubieten», betont Lenz. Es sei aber schwer abzuschätzen, ob und wie lange diese Parkplätze genügen.

«Eine Möglichkeit sind auch Parkplätze im Untergeschoss oder einem Parkhaus mit mehreren Etagen, dies ist grundsätzlich komfortabler, aber teurer», ergänzt er. Dann sei eine kommerzielle Nutzung, beispielsweise für Wohnen und Einkaufen, notwendig, um solche teureren Parkplätze zu finanzieren.

Man sollte nicht als erstes Fastfood-Stände sehen.

Stefan Lenz (FDP)

Stadtrat

Ebenfalls geplant sind mehrere hundert Velo-Abstellplätze. Wo genau, ist den aktuellen Plänen aber noch nicht zu entnehmen.

Plätze und Freiräume

Der Masterplan hat zum Ziel, die Aufenthaltsqualität rund um den Bahnhof zu verbessern. Das Areal soll zum Begegnungsort für Einwohnerinnen und Einwohner werden.

Die «Best-of»-Lösung sieht diverse kleine und grössere Plätze vor, die dies ermöglichen sollen. Zentral ist dabei ein neuer, grosszügiger Bahnhofplatz. Wie genau soll dieser genutzt werden soll, weiss man allerdings noch nicht. «Wichtig sind uns Frei- und Grünflächen. Man sollte nicht als erstes Fastfood-Stände sehen», meint Lenz.

Besondere Beachtung soll das Stadtklima erhalten. Bäume sollen auf den Freiflächen für angenehme Temperaturen sorgen.

Quartiere zusammenschliessen

Im Masterplan Unterwetzikon wird das Bahnhofareal laut Lenz nicht als Insel betrachtet. «Wir wollen auch, dass die umliegenden Quartiere gut angeschlossen sind.»

Man sieht einen Plan aus der Vogelperspektive, auf denen die Querungen am Bahnhof eingerzeichnet sind.
Der Masterplan sieht eine neue Querung am Bahnhof Süd (A2) und den Gleisuferweg (A1-3) vor.

Doch das ist wegen der Zürcher- und Rapperswilerstrasse gar nicht so einfach. Diese wirkt wie eine Trennwand, die das Bahnhofareal durchschneidet. Aktuell ist deshalb eine dritte Personenunterführung (PU) beim südlichen Teil des Bahnhofs vorgesehen.

Ebenso ist ein «Gleisuferweg» als neue Veloverbindung geplant. Dieser kann Richtung Aathal und Eisstadion erweitert werden. «Dieser Vorschlag ist bei den Grundeigentümern auf grosse Zustimmung gestossen», erklärt Stefan Lenz.

Herausforderungen

Der jetzige Entwurf sieht in Unterwetzikon mehrere Quartiere und Überbauungen vor. «Die Herausforderung ist, dass die Stadt praktisch keinen Quadratmeter Land besitzt», erklärt Stefan Lenz. «Wir können Privaten nicht vorschreiben, dass sie etwas bauen müssen.»

Man müsse hier Überzeugungsarbeit leisten und die Eigentümer für die Entwicklung gewinnen. «Wir planen im Moment auch noch ohne ein Preisschild», hält er fest.

Als grössten Knackpunkt sieht er das neue Bahnhofquartier. Dieses wird von den Bahngleisen, der Scheller-, Zürcher- und Poststrasse umschlossen und ist mit einer Gestaltungsplanpflicht belegt. «Dieser Teil des Areals gehört verschiedenen Eigentümern, die nicht alle das gleich grosse Interesse am Bauen haben.»

Das Ziel in diesem Gebiet wird deshalb sein, dass mögliche Projekte in Zukunft nicht verhindert werden. «Beispielsweise, indem man frühzeitig Wegrechte sichert, damit die Zugänge zu neuen Gebäuden möglich sind.»

Bereits 2021 hatte der Stadtrat der Implenia erlaubt, einen Teilgestaltungsplan für ihr eigenes Grundstück und jenes der Swisscom zu erstellen.

Wie geht es weiter?

Am 13. April findet die nächste Forumsveranstaltung mit den Grundeigentümern statt. Das Ziel ist, den Masterplan bis Ende nächsten Jahres auszuarbeiten.

«Im Moment sehe ich es als realistisch, dass wir den Plan und den Rahmenkredit 2025 oder 2026 der Bevölkerung vorlegen können», sagt Lenz.

Doch auch schon vor dem Masterplan wird sich auf dem Bahnhofareal einiges ändern. Die Stadt plant, 2024 den bestehenden Bushof behindertengerecht zu sanieren. Kürzlich hat sie den Kredit dafür bewilligt. Während der Bauarbeiten wird ein Provisorium beim heutigen Parkplatz eingerichtet.

Auch auf dem Areal zwischen dem Bahnhofgebäude und dem Hotel Schweizerhof will die SBB den Bahnhof auffrischen. Es sind zwei neue Gebäude geplant, mit Avec-Shop, Takeaway und Brezelkönig. Der Kiosk wird abgerissen.

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