Gesellschaft

Massnahmen zeigen Wirkung – Umsatz des Juckerhofs bricht ein

Zum ersten Mal mussten die Besucher für die Kürbisausstellung in Seegräben Eintritt bezahlen. Nun zieht die Juckerfarm eine durchzogene Bilanz.

«Grosses Kino» hiess die diesjährige Ausstellung auf dem Juckerhof. Die Einnahmen dazu hielten sich in Grenzen.

Foto: Moritz Hegglin

Massnahmen zeigen Wirkung – Umsatz des Juckerhofs bricht ein

Bilanz zu neuem Konzept

Zum ersten Mal mussten die Besucher für die Kürbisausstellung in Seegräben Eintritt bezahlen. Nun zieht die Juckerfarm eine durchzogene Bilanz.

Die Juckerfarm zieht Bilanz zur Kürbisausstellung: Das finanzielle Ergebnis ist für den Erlebnishof ernüchternd. Während die Massnahmen gegen den Massentourismus in Seegräben Wirkung zeigten, haperte es gleichzeitig bei den Besucherzahlen.

Eine der zentralen Massnahmen war die Verkürzung der Ausstellungszeit von acht auf vier Wochen. Gleichzeitig führte der Juckerhof zum ersten Mal kostenpflichtige Tickets für die Ausstellung ein. Nach heftiger Kritik in den sozialen Medien korrigierte die Juckerfarm den Eintrittspreis noch vor der Ausstellung nach unten.

Um dem Verkehrschaos entgegenzuwirken, wurde zudem der Überlaufparkplatz in Aathal aufgelöst. Stattdessen wurde der Busbetrieb auf der Linie 846 zwischen Uster und Seegräben ausgebaut – auf Kosten der Juckerfarm.

Weniger Besucher, weniger Einnahmen

Nun zeigen sich die Auswirkungen der Massnahmen: An Spitzentagen wurde das Kürbismekka rund 35 Prozent weniger besucht als im Vergleich zu einem erfolgreichen Tag in 2021. Normalerweise hatte der Juckerhof keine Statistik über Besucherzahlen geführt. Doch für 2021 konnte durch das Contact Tracing wegen der Corona-Pandemie eine Statistik erhoben werden.

«Das ist das einzige Jahr, mit welchen wir einen klaren Vergleich ziehen können», sagt Nadine Gloor, Marketing- und Kommunikationschefin der Juckerfarm.

Der Umsatzverlust während der vierwöchigen Ausstellung beläuft sich auf 15 Prozent. Diese Einbusse konnte aber über die Ticketpreise wieder kompensiert werden.

Besonders happig ist der Umsatzeinbruch aber in den Wochen vor und nach der Ausstellung. Der Hofladen und das Restaurant haben in dieser Zeit 51 Prozent weniger Einnahmen generiert. «Dort zeigte sich die Auswirkung der reduzierten Ausstellungszeit markant», so Gloor. Dieser Verlust konnte nicht kompensiert werden.

Das bedeutet eine Herausforderung für die Juckerfarm AG, die neben dem Juckerhof in Seegräben auch den Bächlihof in Jona und den Spargelhof in Rafz betreibt. Der Hof am Pfäffikersee macht insgesamt 42 Prozent des Bruttogewinns aus. Als saisonaler Betrieb seien die Herbstmonate entscheidend, um die schwachen Wintermonate zu überbrücken.

Massnahmen zeigen Wirkung

Doch der Kampf gegen das Chaos in Seegräben hat offenbar Früchte getragen. Tatsächlich strömten weniger Besuchende durch Seegräben, um zur Ausstellung zu gelangen.

Schon in einer Zwischenbilanz anfangs Oktober zeigten sich Anwohner etwas erleichtert über der Situation, auch wenn noch nicht alles problemlos über die Bühne gegangen sei.

Auch die Gemeinde zieht eine positive Bilanz. Die Mischung aus der kürzeren Ausstellungsdauer, den neuen Ticketpreisen und der erweiterten Buslinie habe Seegräben in vielen Aspekten massgeblich entlasten können.

Trotzdem sei die Verkehrssituation auf der Ruetschbergstrasse noch nicht zufriedenstellend, so die Gemeinde. Mit dem geringen Verkehrsaufkommen hätten zwar Stauzeiten gesenkt werden können. Aber es habe Tage gegeben, an denen Autofahrer die vorgenommenen Massnahmen nicht eingehalten hätten. Deswegen sei es auch zu zahlreichen Bussen wegen Halten im Halteverbot gekommen.

Gespräche werden erneut geführt

Das Fazit zur Kürbisausstellung ist also ambivalent. Zum einen sei die Wirkung der Massnahmen positiv zu beurteilen, zum anderen steht das weitere Vorgehen noch in den Sternen. Jetzt werden Gespräche zwischen der Gemeinde und der Juckerfarm geführt. «Wir müssen abwarten, wie die Gemeinde dazu steht. Danach können wir genauer sagen, wie sich unser Konzept entwickeln wird», sagt Gloor

Trotz der Einbussen spricht die Juckerfarm von «der besten Ausstellung aller Zeiten», denn die Resonanz zur Ausstellung mit dem Titel «Grosses Kino» sei besonders gut gewesen.

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.