Die Tüftler öffnen in Dübendorf ihre Hangars
Diese Woche findet an verschiedenen Standorten die grösste Wissenschaftsmesse der Schweiz statt. Der Innovationspark in Dübendorf war der erste Gastgeber der Scientifica. An zahlreichen Ständen konnten Interessierte Elektrorennwagen, Drohnen oder futuristische U-Boote besichtigen.
Der Militärflugplatz in Dübendorf wurde am vergangenen Samstag von einer ungewöhnlichen Menge an Menschen überrannt. Hunderte Nerds, kleine Erfinder und Tüftler standen bis zu einer Stunde an, um Tickets für Veranstaltungen auf dem Gelände zu ergattern. Der Innovationspark war an diesem Wochenende nämlich Gastgeber der Scientifica – der grössten Wissenschaftsmesse der Schweiz. Diese findet noch bis zum 30. August an verschiedenen Standorten in und rund um Zürich statt.
An zahlreichen Ständen oder in den Hangars zeigten die Studierenden und Forschenden der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH), der Universität Zürich und der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) ihre neuesten Erkenntnisse und Projekte.
Raketen, U-Boote, Rennwagen …
Das bunt gemischte und international diverse Publikum drängte sich zum Beispiel um die Raketen und Unterwasserdrohnen der Akademischen Raumfahrt Initiative Schweiz (Aris) oder versuchte sich an einem Rennwagensimulator der AMZ Racing, eines studentischen Teams der ETH.
Besonders interessiert waren die kleinen Kinder, als die jungen Entwickler ihre Elektrorennwagen aus dem Hangar auf den Vorplatz stiessen. Unter den lauten «Wow»-Ausrufen der kleinen Autoenthusiasten kämpften die Studierenden mit dem unebenen Boden. Die tiefe Frontlippe drohte mehrmals an den leicht erhöhten alten Gleisen auf dem Platz hängen zu bleiben.
Anschliessend flitzten die Fahrer mit den Prototyprennwagen Runden samt lautem Pfeifgeräusch um die Pylonen, unter grossem Interesse des Publikums. Den Studierenden wurden viele Fragen gestellt, zum Beispiel zum Preis eines Wagens («unbezahlbar, bezifferbar ist nur der emotionale Wert»), zu ihrem Lohn («Was für Lohn?») oder zu Materialien («Karbon – natürlich»).
… und ganz viele Drohnen
Diejenigen Besucher, die nicht den Rennwagen beim Umfahren der Pylonen zuschauten, steckten ihre Nasen in die Stände von Drohnenforschern. Und Drohnen gab es genug: Drohnen, die in Brückenpfeiler bohren, Drohnen, die Medizin liefern, Drohnen, die Brandursachen erkunden, Drohnen, die im All fliegen …
Nach der Spritzfahrt mit den Rennwagen war das Hyperloop-Team dran, sein Können zu beweisen. Auf einer kurzen Strecke sollte der sogenannte Pod, ein etwa zwei Meter langer, auf Gleisen schwebender Metallkokon, hin und her fahren oder schweben oder fliegen.
Diese Fortbewegungsart soll in Zukunft den Flugverkehr ersetzen oder mindestens ergänzen. «So, als würde man in ein Flugzeug steigen, aber es ist ein Zug», erklärt ein Student. Die Vorführung fiel allerdings wegen technischer Probleme ins Wasser. «Es ist halt noch ein Prototyp», wurde entschuldigend verkündet.
