Kuhglocken und Kran: So läuft der Aufbau des Turnfests in Wildberg
Vor den Regionalmeisterschaften
Wildberg verwandelt sich in eine Turnerhochburg. Ein Besuch auf dem Gelände der Regionalmeisterschaften Winterthur und Umgebung – mitten im Aufbau.
Am Montagmorgen weht eine leichte Brise und lässt die Sommerblumen auf den Feldern Wildbergs tanzen. Kuhglocken sind zu hören, der Kirchturm prägt die Skyline der beschaulichen Gemeinde. Irgendwo brummt ein Traktor, und in etwas weiterer Entfernung wird gerade eine Zeltwand errichtet.
Es sind kleinere und grössere Hinweise darauf, welches Spektakel sich am kommenden Wochenende auf diesen Feldern abspielen wird: Die Regionalmeisterschaften Winterthur und Umgebung, kurz RMS, stehen bevor. Fast 4000 Turnerinnen und Turner haben sich angemeldet, etwa 1800 davon übernachten vor Ort in Zelten oder Campern.

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Das Gelände, auf dem der Grossanlass steigt, ist so gross wie 20 Fussballfelder. Ziemlich weitläufig also, wenn es darum geht, Material von A nach B zu transportieren. «Fast alle sind hier mit dem Velo unterwegs», sagt Erich Kübler und zeigt auf mehrere Fahrräder, die an eine Zeltwand angelehnt sind. Kübler ist der Präsident des 50-köpfigen Organisationskomitees und behält den Grossanlass im Überblick.
Zwischen Pausen und Materiallager
Es gebe noch einiges zu tun in den letzten Tagen, sagt er. Aber nichts, was ihn aus der Ruhe bringen könne. «Wir sind gut im Zeitplan.» Vom Grossmaterial – Festzelte, Holzböden, Container, Barelemente, Festbankgarnituren – ist fast alles schon auf dem Platz und wird nach und nach installiert.
Auf der einen Seite des Areals wird aber noch Schwerstarbeit verrichtet und ein riesiges Zelt aufgestellt, von Hand und mithilfe eines Krans. Zwei Männer hantieren an einem Holzbalken. «Drü Meter füfzg», ruft der eine. Der andere nickt, misst nach. Gleichzeitig finden am anderen Ende des Geländes bereits detailliertere Arbeiten statt: die Bestuhlung des Festzelts.


Auch im Materiallager herrscht reger Betrieb. Jemand braucht eine Wasserwaage und bringt dafür eine Bohrmaschine zurück. Was rausgeht und was reinkommt, wird notiert, sodass der Materialwart immer den Überblick hat. Zwischendurch spaziert eine Frau mit Hund über das Gelände – es ist ja noch nicht abgesperrt. Man kennt sie. Jemand macht Pause, bückt sich, streichelt den Hund. Dann geht die Arbeit weiter.
Eine Gemütskontrolle
Der OK-Präsident ist jeden Tag auf dem Gelände, jetzt und auch am Turnier selbst. «Meist schlafe ich ein bisschen aus und bin dann bis abends hier», gibt er lachend zu. Er könne sich gerade nichts anderes vorstellen, als vor Ort zu sein und mitzuhelfen – und zu wissen, was wo wann warum gerade laufe. «Ich schaue, ob die Leute noch lachen und es ihnen gut geht.»
Als Kübler drei Helfenden begegnet, sagt einer grinsend: «Taktische Pause.» Alle lachen – auch der OK-Präsident. «Ihr macht das schon richtig», antwortet er gut gelaunt und geht weiter.


60 Personen sind beim Aufbau pro Tag im Einsatz, inklusive der Zivilschützer. Viele der Helfenden haben Ferien genommen, um die RMS zu realisieren. Keine Selbstverständlichkeit für Kübler. «Ich finde es schön zu sehen, dass das gerade auch den jungen Leuten so viel bedeutet.»
Noch ist nicht alles fertig für den Grossanlass, aber das Bild formt sich. Das ländliche Wildberg gibt dem Turnfest seinen ganz eigenen Charakter. Denn ganz egal, wie viel tausend Besuchende sich hier tummeln – die Kuhglocken werden weiterhin zu hören sein.
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