«Die Zerbrechlichkeit des Planeten sieht man als Fotograf immer wieder»
Naturfotograf im Interview
Fast ein Jahrzehnt seines Lebens hat Thomas Sbampato in rauer Wildnis verbracht. Seine stete Begleiterin: die Kamera. Vor seinem Vortrag in Zell erzählt er, wie die Fotografie seinen Blick auf die Welt veränderte.
Herr Sbampato, Sie sind eben erst von einer Fotografiereise in Norwegen zurückgekehrt. Wie sieht ein typischer Tag auf diesen Reisen aus?
Thomas Sbampato: Den typischen Alltag gibt es nicht. Allerdings, wenn ich in Kanada und Alaska unterwegs bin, weiss ich inzwischen genau, wo ich hinmuss, wenn ich ein bestimmtes Motiv suche. Wenn ich zum Beispiel Bären fotografieren will, finde ich sie dort, wo es Futter gibt. Früher habe ich mich ab und zu in die Wildnis fliegen lassen, aber nie allein, das wäre zu gefährlich. Dort schlugen wir zu zweit, zu dritt unsere Zelte auf und marschierten von hier aus zu dem Fluss, in dem Lachse vorkommen. Da fotografierten wir Bären – von frühmorgens bis spätabends. Alles andere ist in dem Moment unwichtig. Man konzentriert sich nur auf eines: gute Fotos, ob es regnet, hagelt oder schneit.
Dafür mussten Sie sich sicherlich einige Naturkenntnisse aneignen.

