«Zum Jubiläum wollten wir keine Experimente wagen»
Tösstaler Sommernachtsfest wird 20
Jahr für Jahr zieht das Sommernachtsfest in Rikon Partylöwen aus der ganzen Region an. Zum Jubiläum wollte die Redaktion von Mitinitiant Peach Keller wissen, wie es dazu kam. Und weshalb am Fest keine «Knallerband» auftritt.
Am kommenden Samstag pilgern rund 3000 Feierlustige zum Tobelhof bei Rikon – es ist wieder Tösstaler Sommernachtsfest. Die Party hat sich für viele längst zum Fixpunkt in der Agenda entwickelt. Dieses Jahr feiert sie ihr 20-Jahr-Jubiläum.
Das Sommernachtsfest in Rikon wird heuer 20-jährig. Nehmen Sie uns mit auf eine Zeitreise, zurück zu den Anfängen des Fests. Wie kam es dazu?
Peach Keller: 2003 hatte ich frisch die Caesar’s Bar in Rikon übernommen, und mir war aufgefallen, dass es so gut wie kein richtiges Fest in der Umgebung gibt. Dani und Andi vom Landwirtschaftsbetrieb Bieri hatten denselben Gedanken – also haben wir uns zusammengetan und auf ihrem Gelände das erste Sommernachtsfest veranstaltet.
Und von da an ging es rasant aufwärts.
Die ersten vier Ausgaben waren etwas kleiner mit jeweils rund 800 Besuchern. Mittlerweile kommen gegen 3000 Leute, viele auch von ausserhalb des Kantons – aus dem Thurgau, dem Aargau oder aus Luzern.
Sie machen kaum Werbung. Wie finden all diese Leute den Weg nach Rikon?
Grösstenteils über Mund-zu-Mund-Propaganda. Eine Rolle spielen dabei sicher auch die Vereine, die von Beginn an mit Bars am Fest vertreten waren. Zum Beispiel die Turnvereine, die in ihrem Umfeld und bei befreundeten Vereinen Werbung machen und dadurch viele Leute erreichen. Das ist wichtig, weil uns das Budget für grosse Werbeaktionen fehlt.
Peach Keller ist Gastrounternehmer und einer der drei Organisatoren des Tösstaler Sommernachtsfests. Während zehn Jahren führte er die Caesar's Bar beim Bahnhof Rikon. Heute hat er ein Brewpub und veranstaltet eine Reihe an Events – darunter das diesjährige Wetziker Stadtfest, die Bierwanderung Züri Oberland und das Wetziker Bierfäscht. (nos)
Wie hat sich das Fest über die Jahre verändert?
Kleine Dinge passt man immer wieder an, etwa bei der Verpflegung. Im Grossen und Ganzen hat sich das Konzept – drei Hallen mit Bars, Festwirtschaft und jeweils unterschiedlicher Musik – aber bewährt. Deshalb wollten wir im Hinblick auf die Jubiläumsausgabe keine Experimente wagen, ganz nach dem Motto «never change a running system». Aber natürlich hat man immer Ideen für Dinge, die man verändern könnte.
Zum Beispiel?
Ein Thema ist sicher die Musik. Wir haben schon mit dem Gedanken gespielt, mal eine etwas bekanntere Band zu buchen. Allerdings treibt das die Kosten schnell in die Höhe, und man müsste sie auf den Eintrittspreis abwälzen. Deshalb haben wir uns bisher immer dagegen und fürs Original entschieden. Schliesslich ist es immer noch ein Fest und kein Open Air.
Auch das Sommernachtsfest wurde von der Pandemie nicht verschont. Wie hat sich die Zwangspause auf Ihr Fest ausgewirkt?
Auffällig war, dass wir in der ersten Ausgabe nach der Pandemie weniger älteres Publikum hatten als sonst. Wahrscheinlich war es nach den Einschränkungen anfangs noch etwas vorsichtiger unterwegs. Die Jungen waren hingegen direkt mit Vollgas dabei. Man hat gespürt, dass sie regelrecht auf ein solches Fest hingefiebert hatten.
Wie blicken Sie in die Zukunft des Sommernachtsfests?
Wir hoffen natürlich, dass das Fest den Status bewahren kann, den es sich über die Jahre erarbeiten konnte, und dass das Projekt dann an die nächste Generation weitergereicht wird. Da bin ich zuversichtlich. Wir sehen bereits heute, dass die Kinder, die zu unseren Anfangszeiten zur Welt kamen, heute selbst unter den Besuchern sind oder gar bei der Organisation mithelfen.