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Die karnivore Mutter aller Foodtrucks

Vegetarier und Veganer müssen jetzt ganz stark sein: Die Redaktion testet gebratenes Tier.

Stark fleischlastig: Als Vegetarier bleiben einem beim Güggeli-Express nur die Beilagen. Wo hat sich eigentlich das Bürli versteckt?

Foto: Thomas Bacher

Die karnivore Mutter aller Foodtrucks

Serie – Foodtrucks in Dübendorf

Heiss, fettig und knusprig – sehr knusprig: Der Güggeli-Express ist ein Kraftort für Fleischliebhaber mit grossem Hunger und starken Zähnen.  

So muss die Hölle für Leute aussehen, die Tiere lieber streicheln als essen: Im Ofen links drehen Dutzende gebräunte Poulets, im Ofen rechts bekommen die Schweinshaxen ihre Wärmebehandlung. Vegi-Variante? Nicht wirklich.

Die archaische Fleischbraterei wirkt im urbanen Dübi West ein wenig aus der Zeit gefallen. Doch wollen wir ihr hier unseren Respekt zollen, schliesslich ist der gemeine Güggeli-Grill in der Schweiz so etwas wie die Mutter aller Foodtrucks, lange bevor es Momos und exotische Currys zum Mitnehmen gab.

Mit 800 Gramm ins Rennen gegangen

Und wie schmeckts? Das halbe Poulet (Fr. 10.70) ist zart und saftig, sticht geschmacklich aber nicht heraus. So isst man das Bratgüggeli auch in Bern-Bümpliz, Rüti ZH oder Affeltrangen; es scheint fast so, als habe man sich auf einen gutschweizerischen Kompromiss aus Salz, edelsüssem Paprikapulver und Gewürzen geeinigt. Das ist nicht schlecht, nein, aber eben auch nicht «Wow!».

Der Star an diesem Testtag ist eindeutig die Schweinshaxe (Fr. 12.20). Mit einem Startgewicht von 800 Gramm ins Rennen gegangen, hat sie im Grill eine wunderbare Kruste erhalten, die stellenweise wirklich sehr knusprig ist. Kein Durchkommen mit dem lächerlichen Plastikbesteck. Man greift sich also die Haxe und schlägt seine Zähne rein (die hoffentlich halten). Hier wird der Mensch zum Tier. Und der Kampf lohnt sich: Unter der Kruste verbirgt sich saftiges, gut gesalzenes Fleisch mit einem anständigen Fettanteil.

Zwei Männer stehen vor einem Foodtruck.
Die Gäste sind tendenziell männlich.

Bis jetzt wäre es eigentlich die perfekte Paleo-Diät, doch ein paar Kohlenhydrate müssen auch noch sein, schliesslich haben uns die Bürli und die riesigen Salzbrezel in der Auslage verführerisch zugezwinkert. Und sie halten, was sie versprochen haben, diese Schlingel.

Was fehlt da noch zu einer kompletten Mahlzeit? Genau, ein Salat (Fr. 3.90). Der liegt verpackt im Kühlschrank, wurde von einer Grossmetzgerei hergestellt (wer hätte das gedacht) und ist die Überraschung des Tages. Mit seiner hervorragend ausbalancierten Sauce sticht er nicht nur sämtliche Fertigsalate in den Kühltheken dieser Welt aus, sondern nimmt sowohl Mais als auch Sellerie den ekelhaft gesunden Beigeschmack.

Am Ende schlecken wir uns die fettigen Finger ab und schwören: Wir kommen wieder und dann nehmen wir vielleicht auch noch die Chips. Aber erst genehmigen wir uns einen doppelten Schnaps und legen uns für eine Woche irgendwo hin, um zu verdauen.

Teil 1: Wechselbad der Gefühle in Sachen Thai-Food
Teil 2: Curry, Jackfruit, Samosas und ganz viel Takatakataka

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