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Trekking zum höchsten Punkt Dübendorfs

Ein Waldweg-Gewirr jenseits der Grüezi-Grenze, etwas Selbstreflexion bei den Reichen und ein ganz schön altes Gemäuer: Die Höhenwanderung im Süden Dübendorfs ermöglicht interessante Ein- und Ausblicke.

Wenn nicht grad Bäume oder Hecken im Weg stehen, hat man einen schönen Blick auf das Glattal und die Region Greifensee.

Thomas Bacher

Trekking zum höchsten Punkt Dübendorfs

Eine andere Welt (1)

Nicht einmal 300 Meter Luftlinie vom verdichteten Stadtrand von Zürich und Dübendorf entfernt, betritt man im Weiler Stettbach eine andere Welt. Im Moment muss man noch zu Fuss gehen, um den verschlafenen Ort besichtigen zu können. Wenn die Gerichte die Pläne des Zoos für eine Seilbahn durchwinken, wird das nicht mehr nötig sein, denn dann kann man den Stettbachern aus luftiger Höhe in die Gärten schauen.

Die Grüezi-Grenze (2)

Erst der asphaltierte Weg, dann der Kiesweg.

Wenige Meter nach dem Weiler Stettbach überquert man hier den Übergang zwischen Stadt und Land, zwischen Asphalt und Kies. Ging man eben noch wortlos aneinander vorbei, wird nach der Überquerung der Grüezi-Grenze freundlich und vor allem konsequent gegrüsst. Damit ist man nun offiziell in der Natur.

Skyline von Dübai (3)

Blick über ein Feld auf das Quartier Hochbord mit dem Jabee-Tower und der Baustelle Three Point.

Der erste Ausblick ins Tal fällt auf das Gebiet Hochbord, wo Bauarbeiter die Skyline von Dübendorf hochziehen. Am auffälligsten ist aktuell die Baustelle der Three-Point-Hochhäuser, von denen das höchste 114 Meter hoch werden wird. Kein Wunder, wird die Gegend scherzhaft «Dübai» genannt. Wenn das so weitergeht, wird das kleine Dübendorf schon in wenigen Jahren viel cooler sein als der grosse Nachbar Zürich – zumindest aus Sicht von Hochhaus-Fans.

Im Luftkurort (4)

Quartierstrasse in Gockhausen mit gepflegten Hecken und Gärten.

Das (eigentlich nur von dieser Zeitung) immer wieder als «Luftkurort» bezeichnete Gockhausen weist zwar eine bevorzugte Wohnlage auf, hat aus touristischer Sicht aber nicht viel zu bieten. Auch für Durchreisende spielt es in Sachen Proviant-Aufnahme eine untergeordnete Rolle, ermöglicht in den exklusiveren Quartieren aber einen Blick auf Hecken und Häuser von Menschen, die es im Leben zu etwas gebracht haben. Eine gute Gelegenheit, um über das eigene Versagen nachzudenken und sich in bittersüssem Selbstmitleid zu suhlen.

Waldwege und ein Höhenrekord (5)

Waldweg

Ist der Aufstieg geschafft, liegt ab 600 m ü. M. ein weitverzweigtes Netz an Waldwegen vor einem. Hier ist es gleich mehrere Grad kühler als in den überbauten, schattenlosen Niederungen. Deshalb ist an Wochenenden auf einzelnen Abschnitten die Dichte an Spaziergängern, Bikern und Joggern recht hoch. Unter der Woche ist es deutlich einsamer. Der höchste Punkt der Strecke liegt auf 631,8 m ü. M., was zwar hoch ist, für die meisten Flachländer aber noch ohne Sauerstoffmaske machbar sein sollte.

Lichtung mit Hunden (6)

Waldlichtung im Gebiet Geeren.

Nach knapp drei Kilometern im schattigen Wald steht man vor einer grossen Lichtung mit einem grossen Aufkommen an Hündelern. Man begegnet auch gerne mal ganzen Hunderudeln, die von einer Hundesitterin in Schach gehalten werden. Wer keine Hunde mag, muss sich auf harte 600 Meter einstellen. Wobei: Die Hundchen sind natürlich alle ganz lieb und wollen nur spielen.

Very british (7)

Eine Court des Zuos Fives Clubs, hier wird Eton Fives gespielt, der Court ist der Aussenwand der Kirche auf dem Areal des Eton Colleges nachempfunden.

Zwischen dem Restaurant Geeren und der Holzkorporation wird eine urbritische Sportart gespielt: Eton-Fives, eine Art Squash, aber mit Händen statt Schlägern gespielt. Der Court des Zuoz Fives Clubs ist der Kirche auf dem Eton College nachempfunden, inklusive Mauervorsprung, Stufen und Schrägen, was den Flug des Korkballs unberechenbar macht. Neben dem Sieg sind bei Fives auch Anstand und Fairness wichtig. Der Sport wird ohne Schiedsrichter gespielt, bei Unstimmigkeit gibt es eine Wiederholung.

Burg Dübelstein (8)

die Burg-Ruine Dübelstein

Die Burg Dübelstein wurde im 13. Jahrhundert erbaut und gehörte Ende des 15. Jahrhunderts dem berühmten Zürcher Bürgermeister Hans Waldmann. Die Burg wurde drei Mal zerstört und zerfiel in nach dem Brand vom 27. Mai 1612. Anfang der 1940er-Jahre wurde die Burgruine ausgegraben und – aus heutiger Sicht – eher lieblos konserviert. Neben den Resten der Ringmauer und der Innenbebauung ist auch der rekonstruierte Stumpf des Wohnturms sichtbar. Der Verein Pro Waldmannsburg plant seit längerer Zeit, ein Museum auf dem Ruinenhügel zu errichten.

Die Zivilschutz-Treppe (9)

Die vom Zivilschutz gebaute Treppe im Bereich der Burg Dübelstein.

Der Abstieg von den erhabenen Gemäuern der Burg Dübelstein hinunter in die Niederungen war für viele Spaziergänger und Wanderinnen eine schmerzhafte Erfahrung, denn der Weg ist fürchterlich steil und damit prädestiniert für Ausrutscher. Doch das ist nun vorbei. Denn die Zivilschützer haben den Weg im letzten WK mit einer Treppe entschärft. Gut gemacht, Jungs!
 

Die Strecke
Reine Wanderzeit: 2 Std. 10 Min.
Distanz: 8,5 km
Aufstieg: 230 m
Start: Bahnhof Stettbach / Ziel: Alterszentrum, Bushaltestelle

Verpflegung/Rastplätze
A) Coop Pronto (Snacks und Getränke)
B) Stettbach-Lädeli (Süssmost, Früchte)
C) Restaurant Frohsinn
D) Restaurant Geeren 
E) Restaurant Waldmannsburg
F) Grillstelle Burgruine Dübelstein

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