Zwei Schülerinnen als Kunstmagnete
Der Laden des Vereins Buch und Kultur (Buk) an der Usterstrasse ist klein. Entsprechend voll ist es, wenn gleichzeitig gegen 40 Besucherinnen und Besucher kommen. Zum Monatsauftakt war das der Fall, bot doch der Verein ein Kulturevent.
Auf ihrer Suche nach jungen Künstlerinnen und Künstlern fündig geworden ist Maia Kunz in der nahe gelegenen Steiner-Schule. Kunz gehört zu den Initiantinnen des Vereins. Sie war begeistert von den an der Schule gezeigten Abschlussarbeiten.
Liebe, Fernweh und Identitätssuche
Mit den beiden 19jährigen Johanna Seigerschmidt aus Wald und Leonie Nägeli aus Uster konnte sie eine Autorin und eine Malerin für eine Präsentation im Laden gewinnen. «Ich bin über Tagebücher und Kurzgeschichten bei diesem zweibändigen Roman gelandet», sagte Seigerschmidt.
m Mittelpunkt der beiden Bücher «Love, world and the other stuff» sowie «Future, home and the other stuff» – die übrigens auf Deutsch geschrieben sind – stehen Liebe, Fernweh und Identitätssuche. Damit habe die Buchgeschichte auch etwas von ihrer eigenen.
Verwundert zeigte sich Christoph Vollenweider, der als Vereinspräsident auch die Moderation der Gespräche übernahm, über den Umstand, dass die Figuren im Roman immer über genügend Geld zur Verwirklichung ihrer Pläne hätten. Auch da zog Seigerschmidt ein Parallele zu sich: «Das hätte ich auch gerne.»
Die Walderin kann sich vorstellen, in Zukunft wieder ein solches Buch zu schreiben. Zunächst aber will sie die 13. Klasse anpacken und die Matur machen.
Die farbige Realität
Die Pläne von Leonie Nägeli sehen anders aus. In einem Zwischenjahr, das sie im Hinblick auf ein Kunststudium in Bern absolviert, macht sie sich an die Illustration eines Kinderbuches. Zwischen den vielen Büchern im Buk zu sehen sind von ihr 13 Porträts.
Diese zeigen imaginäre Köpfe, ihren eigenen, aber auch Familienmitglieder und Klassenkameradinnen. Von letzteren hatte es viele unter den Vernissagebesuchern. «Ich male, seit ich mich erinnern kann», meinte die 19jährige. Das sei auch ihrer kreativen Familie zu verdanken.
Für die Abschlussarbeit fokussierte sie sich auf Porträts, da sie sich für Menschen interessiere. «Ich bilde in diesen meine Realität ab.» Und diese ist sehr farbig. Ganz wie bei ihren Vorbildern Frida Kahlo und Henri Matisse.
«Ich versuche auch, den Charakter des jeweiligen Menschen darzustellen.» So finde sich beispielsweise auf einem ihrer Selbstbildnisse viel Grün. «Das steht für das Phlegmatische.» Klare Flächen zeigten ihre Kreativität.
Letztlich sei es aber am schwierigsten für sie gewesen, sich selbst zu malen. Wie ein Blick auf die ausgestellten Werke zeigt, ist ihr diese Aufgabe aber sehr gut gelungen. Davon überzeugen können sich Buk-Besucherinnen und -Besucher noch bis Ende August. Nach den Sommerferien wird eine neue Ausstellung folgen.
Der Verein Buch und Kultur
Der Verein Buk ist vor zwei Jahren gegründet worden, um den vor der Schliessung stehenden Buchladen zu retten. Mittlerweile zählt er rund 100 Mitglieder. Die Mitarbeiterinnen und ein Mitarbeiter im Laden sind Freiwillige. Unterstützt wird der Verein und seine Aktivitäten auch von der Stadt Wetzikon.
