Corona hat auch auf dem Eis Nachwirkungen
Seit Freitag sind in der Halle des Curlingsclubs Wetzikon wieder Dutzende Besen im Einsatz und Steine prallen aufeinander – und manchmal auch gegen die Bande.
Nachdem vor einem Jahr die traditionelle ZO-Trophy wegen der Pandemie ausgefallen ist, findet eines der grössten Curling-Plauschturniere im Kanton Zürich wieder im üblichen Rahmen statt. Bis am Sonntagnachmittag wird darum gekämpft, sich möglichst viele Steine schreiben zu lassen und Ends sowie Spiele zu gewinnen.
2G und Masken schreckten ab
Und doch ist dieses Jahr etwas anders: Gegenüber früheren Jahren, in denen jeweils zwischen 28 und 32 Viererteams angetreten sind, ist das Teilnehmerfeld diesmal ausgedünnt. Nur 20 Teams wagen sich aufs Eis. Und eines davon, sinnigerweise mit dem Namen «Joker», musste Mitorganisator Janos Barko sehr kurzfristig zusammentrommeln, damit der Spielplan aufgeht.
«Während der Anmeldezeit zu diesem Turnier galt in der Halle noch die 2G-Regel», erklärt Barko die Zurückhaltung. Viele hätten eben nicht mit Maske aufs Eis gewollt oder seien auch nicht geboostert.
Obwohl mittlerweile auch in der Curlinghalle keine Schutzmassnahmen mehr gelten, gelang es in der Nachmeldefrist nur, zwei, drei zusätzliche Teams zu motivieren.
Virus schlägt weiter zu
Doch Corona hat sich auch ganz kurzfristig bemerkbar gemacht: «In vier Teams hat es Ausfälle gegeben wegen des Virus. Teils konnte kurzfristig Ersatz gefunden werden. Es spielen aber auch Teams mit nur drei Spielern», meint Barko.
Dass dieses Plauschturnier gerade hier in Wetzikon stattfindet, kommt nicht von ungefähr: Mit sechs Rinks – Spielfeldern – ist die Halle weiterherum die grösste.
In den Gründerjahren trug die Trophy noch den Namen Schweizerhof. Später konnte der ZO, der «Zürcher Oberländer», als Sponsor gewonnen werden. Und so kommt das Turnier bereits zu seiner 22. Ausgabe. Viele davon hat Barko als Mitorganisator bestritten.
Relativ viel Publikum
Er freut sich insbesondere über das zahlreiche Publikum, das oben im Restaurant das Treiben unten auf dem Eis mitverfolgt – schön an der Wärme. «Wenn wir sonst spielen, ist die Tribüne meistens leer», bedauert Janos Barko.
Immerhin steige aber auch regelmässig nach Olympischen Spielen das Interesse an diesem Sport. Nie sonst erhalte er so viel Sendezeit am Fernsehen und seien so viele Kameras auf ihn gerichtet. Danach wollten einige Curling eben auch live sehen.
Kameras und Spiegel
Um möglichst viel von den Spielen mitzubekommen, können die Besucher auch die grossen Bildschirme konsultieren, auf denen die Häuser, also die Zielkreise an beiden Enden des Spielfelds, zu sehen sind. Und dann hat es noch riesige Spiegel an den Wänden. In diesen sehen die Spielerinnen und Spieler nicht nur die genaue Lage ihrer Steine. Vielleicht wagen sie auch mal einen Kontrollblick, ob die Frisur noch sitzt.
Alle mit mindestens vier Spielen
Einen Vorteil sieht Barko im reduzierten Teilnehmerfeld. «So kommt wenigstens garantiert jedes Team zu einem vierten Spiel am Sonntag.» Normalerweise qualifizieren sich nur die besten 24 Teams für diese Runde. Der Sieger wird schliesslich in der letzten Runde erkoren, die am Sonntagnachmittag stattfindet.
Wer wissen will, ob dies dann die lachenden Hühner, HaHaHaHa, die Eschi Curler oder eine andere Mannschaft ist, kann dazu einfach die Site www.curling-wetzikon.ch konsultieren.
