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In der Badi Auslikon soll alles unter ein Dach

Ende 2023 ist Schluss mit dem Campingbetrieb am Pfäffikersee. Das Strandbad Auslikon wird auf diesen Zeitpunkt hin aufgefrischt.

Der Eingang zum Strandbad Auslikon dürfte in drei Jahren völlig anders aussehen., Auch die Gebäude mit den Einzelkabinen werden verschwinden., So sind die Gebäude heute verteilt: Eingang, Garderoben, Kiosk und WC sind aufgeteilt., So könnte das neue, zentrale Infrastrukturgebäude in der Badi platziert werden., Diese Luftaufnahme der Badi Auslikon stammt aus dem Jahr 1946. , Zum Badibetrieb in den 1930er Jahren gehörte ein Sprungtrum., Für den Bau der Badi Auslikon musste der Bach verlegt werden, wie dieser Plan von 1926 zeigt., Badibetrieb im Jahr 1972., Das alte Kassenhaus - hier eine Aufnahme von 1958 - brannte 1987 ab. , In den ersten Jahren nach Eröffnung des Strandbades Auslikon 1931 musste nur am Wochenende Eintritt gezahlt werden. , Das neue Infrastrukturgebäude dürfte mehr in den hinteren Bereich der Badi zu liegen kommen., 1949 wurden für das Bad 63'500 Franken bewilligt. Es wurden 40 Kabinen erstellt. Im jenem Sommer wurden 15'000 Gäste gezählt. , Die öffentlichen WCs werden abgebrochen und verlegt., Die langen Holzbaracken werden Ende 2023 abgerissen., Die Tage des heutigen Kassagebäudes sind nun auch gezählt., Der Kiosk soll vom Bach weg verlegt werden., Der Campingplatz wird 2023 aufgehoben., Auch in der umgebauten Badi soll es wieder einen Spielplatz geben.

Christian Brändli

In der Badi Auslikon soll alles unter ein Dach

Ab der Saison 2024 können die Besucherinnen und Besucher des Strandbades Auslikon ihre Tücher neu auslegen. Knapp 100 Jahre nach der Eröffnung des Betriebs wird die Badi wieder einmal umgebaut. Die Anlage sei sanierungsbedürftig, hat der Stadtrat jüngst festgestellt.

Vor über 30 Jahren abgebrannt

Der aktuell neuste Teil dürfte die Baracke mit dem Kassahäuschen sein. Dieses war nämlich 1987 abgebrannt. Nur etwas älter ist der Kiosk. Er war erst 1982 zur Brücke hin verlegt worden. Aus heutiger Gesetzessicht war das offenbar ein Fehler. Denn jetzt steht er zu nahe am Chämtnerbach. « Der Kiosk muss aus dem Gewässerraum verschoben werden » , hält der Stadtrat in seinem Entscheid für einen Neubau fest.

Kleine Ironie der Geschichte: 1926, als der Bau des Strandbades in Angriff genommen wurde, galt es den Chämtnerbach im untersten Abschnitt zu verlegen, um mehr Platz für die vielen Baditüchli und den Spielplatz zu erhalten.

Der letzte Grund für den Neubau ist das Ende des Campingplatzes nach der Saison 2023. Damit muss auch das dortige Dusch- und WC-Gebäude verschwinden. Für die beiden Toiletten, die von Passanten genutzt werden können, soll es Ersatz geben, erklärt Corsin Camenisch, Geschäftsbereichsleiter Sicherheit, Sport und Kultur bei der Stadt Wetzikon.

Aus für Kabinenpalast

Wie in einem Palast reiht sich in der fast endlos langen Garderobenbaracke Tür an Tür. Mit der Neugestaltung dürften allerdings auch die Zeiten der gemieteten Umziehkabinen vorbei sein, die heute einen guten Teil der Anlage ausmachen. Dabei ist das Interesse an diesen Kammern gross. « Für die gibt es eine lange Warteliste » , erklärt Hetty Koster, die den Camping und das Bad betreut. Immerhin dürfte es keine Rückkehr zu den Zeiten vor Mitte der 1970er Jahre geben: Bis dahin nahm das Personal jeweils den Besuchern die Kleider ab und hängte sie auf.  

Die Stadt Wetzikon lanciert nun einen Projektstudienwettbewerb, für den ein Kredit von 75‘000 Franken gesprochen worden ist. Es werden drei bis vier Wetziker Architekturbüros eingeladen. Auch wenn erst der Wettbewerb Resultate liefern soll, hat der Stadtrat schon klare Vorstellungen, wie sich die Anlage künftig präsentieren soll: « Der Neubau soll möglichst kompakt erstellt werden und nach Möglichkeit den gleichen Fussabdruck wie die bestehenden Bauten aufweisen. » Was nicht mehr gebraucht wird, soll abgebrochen und die Flächen renaturiert werden. Zum Bauprogramm gehört auch eine Anlage zur Beseitigung des Schmutzwassers.

Wieder gedeckter Sitzbereich

Im neuen Gebäude sollen alle Betriebsräume wie Geräte- und Fahrzeugunterstand, Lager, Kasse, Aufenthaltszimmer sowie Garderoben, Toiletten und auch die Verpflegung unter einem Dach zusammengefasst werden. Wie Camenisch erklärt, sei auch vorgesehen, dass es wieder einen gedeckten Bereich für Kioskgäste geben soll. Auch ein Spielplatz sei wieder geplant.

Da noch nicht bekannt ist, wo der Neubau genau zu liegen kommt – der Sieger des Projektwettbewerbs soll bis Ende Jahr feststehen – , kann auch noch nicht gesagt werden, wie sich die Liegefläche verändern wird. Nur so viel hält Camenisch fest: « Der Neubau wird sich von der Grösse gegenüber dem aktuellen Gebäude nicht wesentlich unterscheiden. Somit bleibt die Liegefläche des Strandbads etwa gleich gross. »

Schweizer Holz ist erwünscht

Das Gebäude soll sich « harmonisch » in die geschützte Landschaft einfügen und vorzugsweise mit Schweizer Holz gebaut werden. Die Holzbauweise soll auch eine kurze Bauzeit ermöglichen. Beim Bau wird auch der Kanton noch ein Wörtchen mitreden. Ihm muss nämlich ein bewilligungsfähiges Bauprojekt vorgelegt werden, damit er überhaupt die Konzession für die schöne Badeanstalt am Pfäffikersee verlängert.

« Ziel ist, dass das Strandbad in Auslikon langfristig in naturschonender Form erhalten bleibt. Die unbefristete Ausnahmebewilligung für das Strandbad Auslikon ist zudem ein Legislaturziel der Stadt Wetzikon. Ein Neubau des Infrastrukturgebäudes ist daher unabdingbar » , macht der Stadtrat klar.

Zwei Millionen budgetiert

Alles in allem dürfte das neue Infrastrukturgebäude laut Camenisch die Stadt Wetzikon rund zwei Millionen Franken kosten. Mitte 2023 soll das Parlament das Vorhaben absegnen. Und dann soll es Schlag auf Schlag gehen. Im Herbst 2023 würde mit der Realisierung der Bauten begonnen. Im Frühling 2024 wäre dann alles bezugsbereit.

Damit es zu keinen individuellen Engpässen kommt, soll das öffentliche WC erst abgebrochen werden, wenn das neue Gebäude steht. « Somit käme es betreffend Zugang zu einer öffentlichen WC-Anlage zu keinem Unterbruch » , unterstreicht Camenisch. Das Gleiche gelte auch für den Kiosk. Damit könnte dessen Pächterin Erika Steinmann ihre Gäste auch den Winter über bedienen.

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