In der Badi Auslikon soll alles unter ein Dach
Ab der Saison 2024 können die Besucherinnen und Besucher des Strandbades Auslikon ihre Tücher neu auslegen. Knapp 100 Jahre nach der Eröffnung des Betriebs wird die Badi wieder einmal umgebaut. Die Anlage sei sanierungsbedürftig, hat der Stadtrat jüngst festgestellt.
Vor über 30 Jahren abgebrannt
Der aktuell neuste Teil dürfte die Baracke mit dem Kassahäuschen sein. Dieses war nämlich 1987 abgebrannt. Nur etwas älter ist der Kiosk. Er war erst 1982 zur Brücke hin verlegt worden. Aus heutiger Gesetzessicht war das offenbar ein Fehler. Denn jetzt steht er zu nahe am Chämtnerbach. « Der Kiosk muss aus dem Gewässerraum verschoben werden » , hält der Stadtrat in seinem Entscheid für einen Neubau fest.
Kleine Ironie der Geschichte: 1926, als der Bau des Strandbades in Angriff genommen wurde, galt es den Chämtnerbach im untersten Abschnitt zu verlegen, um mehr Platz für die vielen Baditüchli und den Spielplatz zu erhalten.
Der letzte Grund für den Neubau ist das Ende des Campingplatzes nach der Saison 2023. Damit muss auch das dortige Dusch- und WC-Gebäude verschwinden. Für die beiden Toiletten, die von Passanten genutzt werden können, soll es Ersatz geben, erklärt Corsin Camenisch, Geschäftsbereichsleiter Sicherheit, Sport und Kultur bei der Stadt Wetzikon.
Aus für Kabinenpalast
Wie in einem Palast reiht sich in der fast endlos langen Garderobenbaracke Tür an Tür. Mit der Neugestaltung dürften allerdings auch die Zeiten der gemieteten Umziehkabinen vorbei sein, die heute einen guten Teil der Anlage ausmachen. Dabei ist das Interesse an diesen Kammern gross. « Für die gibt es eine lange Warteliste » , erklärt Hetty Koster, die den Camping und das Bad betreut. Immerhin dürfte es keine Rückkehr zu den Zeiten vor Mitte der 1970er Jahre geben: Bis dahin nahm das Personal jeweils den Besuchern die Kleider ab und hängte sie auf.
Die Stadt Wetzikon lanciert nun einen Projektstudienwettbewerb, für den ein Kredit von 75‘000 Franken gesprochen worden ist. Es werden drei bis vier Wetziker Architekturbüros eingeladen. Auch wenn erst der Wettbewerb Resultate liefern soll, hat der Stadtrat schon klare Vorstellungen, wie sich die Anlage künftig präsentieren soll: « Der Neubau soll möglichst kompakt erstellt werden und nach Möglichkeit den gleichen Fussabdruck wie die bestehenden Bauten aufweisen. » Was nicht mehr gebraucht wird, soll abgebrochen und die Flächen renaturiert werden. Zum Bauprogramm gehört auch eine Anlage zur Beseitigung des Schmutzwassers.
Wieder gedeckter Sitzbereich
Im neuen Gebäude sollen alle Betriebsräume wie Geräte- und Fahrzeugunterstand, Lager, Kasse, Aufenthaltszimmer sowie Garderoben, Toiletten und auch die Verpflegung unter einem Dach zusammengefasst werden. Wie Camenisch erklärt, sei auch vorgesehen, dass es wieder einen gedeckten Bereich für Kioskgäste geben soll. Auch ein Spielplatz sei wieder geplant.
Da noch nicht bekannt ist, wo der Neubau genau zu liegen kommt – der Sieger des Projektwettbewerbs soll bis Ende Jahr feststehen – , kann auch noch nicht gesagt werden, wie sich die Liegefläche verändern wird. Nur so viel hält Camenisch fest: « Der Neubau wird sich von der Grösse gegenüber dem aktuellen Gebäude nicht wesentlich unterscheiden. Somit bleibt die Liegefläche des Strandbads etwa gleich gross. »
Schweizer Holz ist erwünscht
Das Gebäude soll sich « harmonisch » in die geschützte Landschaft einfügen und vorzugsweise mit Schweizer Holz gebaut werden. Die Holzbauweise soll auch eine kurze Bauzeit ermöglichen. Beim Bau wird auch der Kanton noch ein Wörtchen mitreden. Ihm muss nämlich ein bewilligungsfähiges Bauprojekt vorgelegt werden, damit er überhaupt die Konzession für die schöne Badeanstalt am Pfäffikersee verlängert.
« Ziel ist, dass das Strandbad in Auslikon langfristig in naturschonender Form erhalten bleibt. Die unbefristete Ausnahmebewilligung für das Strandbad Auslikon ist zudem ein Legislaturziel der Stadt Wetzikon. Ein Neubau des Infrastrukturgebäudes ist daher unabdingbar » , macht der Stadtrat klar.
Zwei Millionen budgetiert
Alles in allem dürfte das neue Infrastrukturgebäude laut Camenisch die Stadt Wetzikon rund zwei Millionen Franken kosten. Mitte 2023 soll das Parlament das Vorhaben absegnen. Und dann soll es Schlag auf Schlag gehen. Im Herbst 2023 würde mit der Realisierung der Bauten begonnen. Im Frühling 2024 wäre dann alles bezugsbereit.
Damit es zu keinen individuellen Engpässen kommt, soll das öffentliche WC erst abgebrochen werden, wenn das neue Gebäude steht. « Somit käme es betreffend Zugang zu einer öffentlichen WC-Anlage zu keinem Unterbruch » , unterstreicht Camenisch. Das Gleiche gelte auch für den Kiosk. Damit könnte dessen Pächterin Erika Steinmann ihre Gäste auch den Winter über bedienen.