Am kommenden Samstag können Sie das Hive mit Covid-Zertifikat wieder öffen. Was sagen Sie dazu?
Es ging viel schneller, als wir vor ein paar Wochen noch gedacht hatten. Das ist eine positive Überraschung, insbesondere nach einer fast anderthalbjährigen Durststrecke. Mit dem aktuellen Öffnungsschritt sind für den Moment fast alle Unklarheiten vom Tisch. Es gibt nur noch Details rund ums Covid-Zertifikat zu klären.
Heisst das, Sie fahren den Betrieb in drei Tagen jetzt wieder hoch wie vor der Pandemie?
Wir versuchen trotz extrem kurzfristiger Ankündigung, für den Samstag etwas hinzukriegen. Das heisst: Wir erwarten gegen 700 Leute auf insgesamt drei Dancefloors. Da wir für den 2. Juli schon mit einer eingeschränkten Öffnung gerechnet haben, müssen wir für die Planung in den kommenden Wochen nicht ganz bei null anfangen. Wir können das Programm sozusagen noch auffüllen.
Gehen Sie davon aus, dass die Leute aus dem Stand heraus wieder in den Club kommen werden?
Eine Befragung auf unserem Instagram-Account hat ergeben, dass 80 Prozent unserer Gäste einer Öffnung sehr positiv gegenüberstehen. Uns interessierte, ob die Gäste unter so strikten Bedingungen wie bis anhin überhaupt Lust haben auf einen Clubbesuch. Also trotz Abstand, Registration und 250 Leuten auf nur einem Floor. Sogar unter Auflagen wären sie gerne gekommen.
In den kommenden Monaten rechnen sie also wieder durchgehend mit einem vollen Club?
Unsere Zielgruppe sind Leute zwischen 22 und 35 Jahren. Diese blieben dem Club in der Regel nicht aus Angst um ihre eigene Gesundheit fern, sondern weil sie nicht durften und weil sie Rücksicht nahmen etwa auf Eltern oder Grosseltern. Wir denken, die Leute sind hungrig aufs Nachtleben. Auch wir sind zuversichtlich.
Anatol Gschwind (43) betreibt den Zürcher Club Hive zusammen mit Lars Ruch, Adrian Wöllhaf und Nicola Schneider. Seit dem Jahr 2009 gehört das Lokal im Industriegebiet zu den bekanntesten Adressen des Zürcher Nachtlebens.

