Zur Begrüssung gibt es ein Gärgetränk namens Chi, vermischt mit einer Portion Kurkuma-Püree.Letzteres ist die neuste Schöpfung des veganen Lebensmittelherstellers Soyana. «Ein richtiger Gesundheits-Shot», sagt Michael Schrottenholzer und nimmt einen Schluck. Kurkuma sei das beste natürliche Antibiotikum und stärke das Immunsystem.In Corona-Zeiten das ideale Getränk, findet der 60-jährige Oberengstringer.
Schrottenholzer leitet sonst das Soyana-Restaurant Sacred in Zürich. Doch für eine vegane Grillade im Pausenraum der Schlieremer Produktionsstätte nimmt er sich gern Zeit. Veganes für den Grill wird immer beliebter Vor ihm auf dem Tisch ausgebreitet liegen Tofu-Würste und -Burger, veganer Frischkäse und Fleischkäse, glutenfreie Brötchen. Spiessli mit Gemüse und Dinkel-Steaks, eingestrichen mit einer indischen Gewürzmarinade, brutzeln zu Meditationsklängen auf dem Tischgrill.
«Ihr wollt das ja so»
Die vegane Ernährungsweise wird massentauglich. Soyana-Gründer Walter Dänzer und seine 40 Mitarbeitenden freuen sich über diese Entwicklung. «Jetzt kommt endlich die vegane Welle», sagt Dänzer,der inzwischen auch im Pausenraum eingetroffen ist. Vor 48 Jahren stellte er seine Ernährung um. Dazu bewogen ihn Besuche auf Bauernhöfen. Der heute 72-Jährige arbeitete damals an seiner Dissertation, die sich mit der Frage beschäftigte, wie man Bio-Landwirtschaft fördern könnte.
«Als ich sah,wie einer Kuh das frischgeborene Kalb weggenommen wurde und wie sie herzzerreissend danach schrie, machte mich das sehr betroffen», erzählt Dänzer. Die Aussage des Bauern darauf hätte ihm die Augen geöffnet. «Er sagte: ‹Ihr wollt das ja so, ihr wollt Milch und Fleisch!› Seit diesem Tag verzichte ich darauf», sagt Dänzer.

