Der Mann packt mich, stösst mich gegen die Wand, seine Hände drücken meine Kehle zu. Ein schlimmes Gefühl der Hilflosigkeit überkommt mich. Ich packe ihn mit einer Hand an der Schulter, so dass er meinen Hals loslassen muss, greife mit der anderen seinen Arm, trete einen Schritt zur Seite und knalle ihn gegen die Wand.
«Gut», lobt mich Daniel Gassmann, den hier alle nur Dani nennen. «So hat ein Angreifer keine Chance. Ganz egal wie gross oder schwer er ist. Es ist einzig die Technik, die zählt.» Der 34-Jährige aus Mönchaltorf ist der Chef Instruktor der Gassmann Self Defense Academy, kurz GSD-Academy.
In seinen Kursen und Seminaren lernt man, solche Situationen zu meistern. An diesem Dienstagabend zeigt er mir während zwei Stunden ein paar Techniken der Selbstverteidigung.
Er selbst hat einen guten Grund, warum er damals, anfang 20, mit Krav Maga, einer israelischen Selbstverteidigungstechnik anfing. «Ich wurde als 18-Jähriger im Ausgang von fünf Männern verprügelt», erzählt er. Die Angreifer brachen ihm Ober- und Unterkiefer und schlugen ihm die Schneidezähne raus.

