Richtplan Uster : Seltsame Begründung des Referendums
Leserbrief
Ich staune über die Begründung der Bürgerlichen für das Referendum gegen den Richtplan der Stadt Uster. Mir istes ein Rätsel, wie von einem politisch einseitigen Richtplan gesprochen werden kann.Fakt ist nämlich, dass sich bei den Änderungsanträgen die Bürgerlichen genau gleich viel Mal durchsetzen konnten wie Mitte-links – das Schlussresultat war 124 zu 124. Und bei fast der Hälfte der Änderungsanträge waren sich alle einig.
Besonders aber ärgere ich mich über das Argument, dass die Anliegen des Gewerbes nicht berücksichtigt worden seien. 11 von den insgesamt 14 Anliegen, die das Wirtschaftsforum Uster und der Gewerbeverband Uster gegenüber dem Gemeinderat geäussert haben, wurden in den Richtplan übernommen. Bei vielen davon habe ich mich persönlich dafür eingesetzt. Und sicher kein ernsthafter Grund für ein Referendum kann die Sache mit dem 7-Minuten-Takt sein. Dass sich die Stadt bei den Verkehrsbetrieben für einen 7-Minuten-Takt auf dem Busnetz einsetzen soll, steht genauso im Richtplan, wie sich die Stadt für ein lückenloses übergeordnetes Strassennetz einsetzen soll. Hier wissen alle: Entschieden wird dies auf einer anderen Ebene.
Mag sein, dass der Richtplan nicht perfekt ist; auch ich hätte gerne das eine oder andere noch mehr oder weniger drin stehen sehen. Aber das ist sicher kein Grund, dieses grosse Werk mit einem Referendum abzuschiessen. Der Richtplan schafft zum Beispiel die Grundlage für den dringend nötigen Ausbau der Sportinfrastrukturen am See oder im Buchholz, für mehr und mehr bezahlbaren Wohnraum und für mehr sichere Velowege in Uster.

