Naturschutz ja, aber zu welchem Preis?
Leserbrief
Bruno Bertschinger, Landwirt, Präsident Unterhaltsgenossenschaft, SVP-Gemeinderat Wetzikon
Die Bauarbeiten haben begonnen im Langen Riemen. Ein Bodenabtrag, der bis zu 1000 Lastwagenfahrten benötigt, um das sogenannte überschüssige Bodenmaterial abzuführen? Wie viel CO2 wird da wohl für diese Arbeiten freigesetzt? Wie lange dauert es, bis nur dieses CO2 wieder gebunden ist im neuen Moor? Um die Artenvielfalt zu verbessern, hätte man mit sogenannter Direktbegrünung die Flächen aufwerten können. Kein Bodenabtrag wäre nötig, und eine schöne Pflanzenvielfalt wäre das Resultat.
Wir retten mit viel Geld und Aufwand im Langen Riemen unsere Moorlandschaft, während in der Bodenwies der Weg freigemacht wurde, um 240 Meter hohe Windturbinen bauen zu können. Beides mit ausufernden Kosten. Das rettet das Moor auf der einen, zerstört den Wald auf der anderen Seite von Wetzikon – und alles im Sinne des Naturschutzes und der Rettung unseres Klimas.
In Wetzikon verwertet
Durch den Einwand der lokalen Unterhaltsgenossenschaften und von Bauern aus der Region wurde zumindest erreicht, dass ein Teil des Bodenabtrags nicht durch den ganzen Kanton gekarrt, sondern in Wetzikon selber verwertet wird. Bei einem Naturschutzprojekt mit Kosten von einer Million Franken sollte es doch möglich sein, dies als Auflage in den Ausschreibungen zu verlangen. Aus finanzieller und ökologischer Sicht wäre dies gegenüber den Steuerzahlern und Naturschützern wohl das Wenigste.
«Bauarbeiten in der Drumlinlandschaft beginnen am Montag», Ausgabe vom 22. August.
