Die Schule beginnt wieder
Die Schule ist wieder – fast überall – voll am Laufen. Ein «neues» Jahr hat begonnen. Gleich geblieben sind die Schwierigkeiten mit herausfordernden Kindern und Jugendlichen.
In den meisten Schulen hat es inzwischen einen «Wladimir». Dieser setzt andere Kinder dafür ein, auf Kleine loszugehen, sie zu verhauen oder ihnen Sachen wegzunehmen. Selbstverständlich sieht er kein schlechtes Handeln bei sich ein, sondern geht davon aus, dass er Richtiges und Wichtiges tut.
Ebenfalls gibt es den Schüler «Donald». Auch er verhält sich gesellschaftlich und sozial nicht korrekt. Er pöbelt herum, schreit, macht andere schlecht, lacht sie aus und setzt Schwächere unter Druck. Nur weil er glaubt, grösser und stärker zu sein als andere. Er hat viele Komparsen, die mitgrölen, wenn er denunziert. Die meisten tun das aus Angst davor, selbst unter seine Fittiche zu geraten.
Viele folgen Wladimir oder Donald – noch mehr schauen zu und sagen nichts.
In den Schulen wird ein solches Verhalten geahndet. Wir setzen uns mit Lehrpersonen, Eltern und Behörden zusammen, sprechen unaufhörlich miteinander, sagen diesen Kindern, dass wir ihr Verhalten so nicht akzeptieren und geben nie auf.
Wir tun das jeden Tag. Und jeden Tag immer wieder mit Erfolg. Nicht nur, weil das unser Auftrag ist, sondern auch, weil wir einen Beruf mit sozialem, gesellschaftlichem Indikator ausüben.
Politiker und (wenige) Politikerinnen sehen das, was wir von ihnen als Auftrag erhalten, offenbar selbst nicht so. Da verbrennt einer lieber öffentlich die EU-Verträge und brät einen Cervelat darüber. Andere ducken sich und hoffen, mit Nettigkeit geht das dann schon irgendwie. Weitere versuchen selbst aus Notlagen Kapital zu schlagen.
In der Schule wäre es anders
Wären sie bei uns in der Schule, dann würden wir mit ihnen einen langen, intensiven Weg gehen, damit sie gestärkt würden, und das im gemeinschaftlichen Sinne.
Die Erwachsenen sind das Problem. Nicht die Kinder in der Schule.
