Ein Tunnel, den niemand braucht
Jürg Streuli, Wetzikon
Der Brüttener Tunnel mit veranschlagten Baukosten von 2,9 Milliarden wird sogar um 430 Millionen Franken teurer als prognostiziert. Eine irrsinnige Summe für einen Tunnel, den es nicht braucht. Der Brüttener Tunnel ist eine einzige Zwängerei und eine unverantwortliche Geldverschwendung.
Denn die heutigen Kapazitäten mit der ausgebauten Verzweigung Hürlistein bei Effretikon inklusive einer Überwerfung zur Entflechtung des Zugsverkehrs genügen vollkommen. Damit ist zwischen Zürich und Winterthur eine Zugfolge von zwei Minuten möglich. Mehr kann der Bahnhof Winterthur überhaupt nicht aufnehmen. Dabei würde auch die heute noch freie Fläche zwischen Dietlikon und Bassersdorf von einer neuen Doppelspur durchschnitten.
Weit sinnvoller ist der seit Langem geplante 10 Kilometer lange Zimmerberg-Basistunnel 2 von Thalwil nach Baar auf der Strecke von Zürich nach Luzern und Arth-Goldau ins Tessin. Damit könnten endlich die beiden einspurigen Tunnel und Nadelöhre zwischen Horgen Oberdorf und Sihlbrugg und zwischen Sihlbrugg und Litti ersetzt werden.
«Der Brüttener Tunnel wird 430 Millionen teurer als geplant», 29. Juli
