Chancen fürs Zentrum endlich nutzen
Werner Reichle, alt FDP-Gemeinderat und ehemaliges Vorstandsmitglied Gewerbeverband Uster, Uster
Der Artikel vom 29. Juli zeigt auf, dass der Gewerbeverband Uster (GVU) mit seinen Ansichten in den 1970er Jahren stehen geblieben ist: Möglichst vor die Ladentür fahren! Wo sind dann noch die attraktiven Läden im Zentrum? Es beginnt im Kern Nord und Süd: Die verklebten Schaufenster, die parkierten Autos und eine Bank an bester Lage locken keine Kunden ins Zentrum. Wo sind die im Artikel erwähnten 70 Prozent «Lädeler» zu Hause, die mit der Fussgängerzone keine Belebung erwarten?
Der GVU fordert eine Gesamtbetrachtung der Stadtentwicklung und ein Verkehrskonzept, bemüht sich für Geschäftsinhaber an der Tannenzaunstrasse (wo es keine Ladengeschäfte gibt) und hat dabei immer noch nicht zur Kenntnis genommen, dass in diesem Geviert mit 1000 Tiefgaragenparkplätzen in Gehdistanz ein Überangebot besteht. Und nun fordert der GVU, dass man ihm ein Konzept zur Förderung von Gewerbe und Gastronomie liefert. Ist das nicht die eigentliche Hauptaufgabe des GVU? Wer schaut dazu, dass im Zentrum mehr bezahlbare Kleinstladenflächen für kreative Leute entstehen? Wer bemüht sich um ein überraschendes und vielfältiges Ladenangebot? Sind es nicht die Gastronomen, die als herzliche Gastgeber erfolgreich sind?
Die «Bürgerlichen» finden das Projekt – Thema seit 20 Jahren – übereilt und haben Parkplatzsorgen. Doch die Zeit und die Perspektiven für das Gewerbe sowie die Stadtbewohnerinnen und -bewohner sind noch nie so gut gewesen wie heute! Alle müssen die Chancen packen, positiv unterstützen, vielleicht einmal über den Schatten springen und das alte Krämertum ablegen.
Ich freue mich auf den neuen Bushof sowie die Webern- und die Gerichtsstrasse, die umgestaltet werden. Schon bald können wir uns nach dem Freitagswochenmarkt zum Kaffee oder Bier am neuen «Platz» an der Ecke Post-/Gerichtsstrasse treffen!
«Attraktives Stadtzentrum Uster: Gewerbeverband fordert Klarheit», 29. Juli