IV-Rente für Jugendliche
Leserbrief
Erich Reichle, Fällanden
Schon Mitte April hiess es im ZO/AvU: «Immer mehr junge Menschen beziehen IV. Die Ursachen für diesen Anstieg ist unklar. Das Problem muss ‹interdisziplinär› angegangen werden.» Und am Montag, 23. Juni, noch deutlicher: «Wir stehen vor einer riesigen Welle.» Und dann ein seitenlanges Blabla eines Psychiaters mit dem äusserst erhellenden Schluss: «Die psychische Gesundheit der Jungen ist einer der grössten Brennpunkte unserer Gesellschaft.»
Angehen des Problems
Dieses Problem wurde in letzter Zeit immer häufiger angegangen, aber ohne wirkliche Hinweise auf sogenannte Ursachen.
Am besten haben es noch jene Schulen begriffen, welche den Kindern Handy und Internet während der Schulzeit verbieten. Aber noch besser versuchen es jene Länder anzugehen, welche den Kindern die sozialen Medien verbieten wollen, wie auch immer.
Tatsache ist, dass wir eine immer grössere Technisierung haben und andererseits eine immer gravierendere Überflussgesellschaft.
Das bedeutet zum einen eine Unmasse ständiger Infos jeglicher Art, und daneben eine quälende Langeweile, weil wir nichts mehr Sinnvolles tun. Das bewirkt vor allem bei den meisten Pubertierenden psychische Probleme, weil das Ganze einfach nicht mehr geistig verkraftet wird.
Erziehung wieder lernen
Ich glaube, wir müssen wieder lernen, was man früher Erziehung nannte.
Dass man den Kindern einigermassen einen Rahmen gibt, was gut für sie ist, was Anstand und Ordnung ist und was sie tun oder lassen sollten. Durch die Technisierung und den übertriebenen Wohlstand ist auch die sogenannte Freiheit immer mehr aus den Fugen geraten.
Lästige Fremdwörter
Anstand, Respekt und Ordnung sind zu lästigen Fremdwörtern geworden. Und das wirkt sich vor allem bei der Jugend verheerend aus. Deshalb braucht es ein ganzheitliches radikales Umdenken, bevor die ganze Gesellschaft in der Psychiatrie landet.
