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Offener Brief, offene Antwort

Dieser Leser staunt etwas über das Vorgehen und die Meinungen in der Pfäffiker Kommunalpolitik.

Foto: Gemeinde Pfäffikon

Offener Brief, offene Antwort

Res Kieser, Pfäffikon

«Wir, die Präsidenten und ­Präsidentinnen von FDP, GLP, SP und SVP Pfäffikon, sitzen heute zusammen.» So startet ein ­geharnischter offener Brief an den Pfäffiker Gemeinde­präsidenten Marco Hirzel. Die Parteivorsitzenden sind der Meinung, dass Hirzel Gegner und Kritiker der Zusammen­legung von Pfäffikon und Wildberg nicht ernst genommen und dabei «seine Neutralitätspflicht» ­verletzt hat.

Nun, mir scheint, diese ­Parteioberen bringen da etwas durcheinander. Die Be­hörden von Wildberg und ­Pfäffikon ­arbeiten an einer ­Fusion und fragen die Bevöl­kerung ­offiziell, ob sie dieses Projekt weiter ausarbeiten ­sollen. ­Darüber wird in beiden ­Gemeinden abgestimmt, und das Ergebnis legitimiert ­die Fortsetzung oder den ­Abbruch, in diesem Fall die ­Fortsetzung.

Aufgabe der beiden Gemeinde­räte ist es dabei, die Vorlage bereitzustellen, in der Öffentlichkeit zu ver­treten und zu erklären. Auf­gabe der ­Parteien wiederum ist es, ­Stellung zu beziehen, ­Meinungen zu bilden und ­Empfehlungen abzugeben. Wieso in dieser Phase ein ­Gemeindepräsident neutral sein und «die gesamte ­Bevölkerung» vertreten soll, ist mir schleierhaft. Einem ­Bundesrat, der contre cœur die Vorlage seines Amts ver­treten muss, wird ja auch nicht ­«Behördenpropaganda» ­vorgeworfen – oder höchstens, dass er sich zu wenig dafür ­engagiert.

Allen Leuten recht getan? ­Offenbar nicht. Aber solange Parteivorstände von ganz rechts bis ganz links nicht ­einverstanden sind, hat sich der Gemeindepräsident ­vielleicht doch nicht so falsch ­positioniert.

Zum Leserbrief «Offener Brief an den Gemeindepräsidenten Marco Hirzel», Ausgabe vom 2. Juni.

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