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Besser als Windkraftanlagen

Ein Leser findet, dass Kleinanlagen für Überbauungen und Ein­zelgebäude eine För­derung verdienen.

Symbolfoto: Pixabay

Besser als Windkraftanlagen

Michael Husmann, Wald

Michael Husmann

Wald

Österreich als Modell für Windkraftanlagen in der Schweiz? Ja, aber bitte richtig: Von den im Artikel genannten 1400 Windrädern in Österreich stehen über 1200 in Niederösterreich und im Burgenland – topfebenes oder leicht hügeliges, offenes Land. In den mit den Schweizer ­Verhältnissen vergleichbaren Bundesländern Vorarlberg, Tirol und Salzburg gibt es keine solchen Anlagen (Quelle: igwindkraft.at, 2025).

Windkraft wird als Mittel zur Überbrückung der Winterstromlücke propagiert. Aber was ist, wenn bei bedecktem Himmel der Wind ausbleibt? Auf der Website der Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) ist nachzulesen, dass die Gefahr solcher Dunkelflauten umso höher ist, je mehr auf wenig planbare Quellen wie Wind und Sonneneinstrahlung abgestellt wird. Man braucht dann zusätzlich doch noch ein Gas- oder Kohlekraftwerk, mit dem man die Lücken gezielt decken kann. Stromkonzerne wie die Axpo werden nach solchen Kraftwerken rufen, sobald die gewünschten Windkraftanlagen bewilligt und erstellt sind.

Bereits heute kommt es vor, dass das schweizerische Stromleitungsnetz im Sommer nicht allen Strom aus privaten Photovoltaikanlagen aufnehmen kann, es gibt also Überschussstrom. Und es sind schweizweit erst 10 Prozent aller nutzbaren Dächer und Fassaden, Stützmauern und Schallschutzwände mit Solarpanels ausgerüstet (Quelle: SRF, 3. April 2025). Erfreu­licherweise geht der Ausbau der Solarfläche weiter. Überschussenergie aus Solaranlagen kann an Ort und Stelle gespeichert werden, ohne dass das Leitungsnetz beansprucht werden muss. Über Batteriespeicher und ihre Nachteile wird häufig geschrieben, noch zu wenig bekannt ist hingegen die Möglichkeit, aus Überschussstrom lagerbares Wasserstoff- oder Methangas zu produzieren und aus diesem im Winter mittels sogenannter Brennstoffzellen wiederum elektrischen Strom zu gewinnen. Weil dabei Abwärme entsteht, ergibt sich eine intelligente Kombination mit der ­Gebäudeheizung. Auf dem Markt sind erste Kleinanlagen für Überbauungen und Ein­zelgebäude erhältlich. Solche Anlagen verdienen eine För­derung, tragen sie doch dazu bei, die Winterstromlücke zu schliessen.

Ausserdem wird das Leitungsnetz entlastet und die ganzjährige Versorgungs­sicherheit erhöht. Und das ­alles, ohne dass monströse Windkraftanlagen in die Landschaft gestellt werden.

Michael Husmann

Wald


«Axpo plant massiven Windkraft-Ausbau», Ausgabe vom 29. April

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