Vorsicht beim Bärlauchpflücken!
Leserbrief
Herzlichen Dank für den «Pro und Kontra»-Beitrag über den Bärlauch. Seit über 20 Jahren biete ich Heilpflanzen- und Wildkräuterspaziergänge im Zürcher Oberland an und habe mich köstlich über die unterschiedlichen Meinungen amüsiert. Als würde ich Pro und Kontra zu einer Abstimmung lesen, da denke ich auch, irgendwie haben alle Parteien gute Argumente, was es jeweils nicht einfacher macht. Zum Glück sind wir im Zeitalter des «sowohl als auch» und nicht mehr des «entweder oder» angelangt.
Der Bärlauch war schon bei den Kelten, Römern und Germanen sehr beliebt, als Salat, aber auch als Heilpflanze. Schon die Braunbären assen ihn nach ihrem Winterschlaf, um die Verdauung wieder in Gang zu bringen – daher der Name Bärlauch –, und glauben Sie mir, die Bären sind schlau, die spüren, was ihnen guttut, ganz ohne Google.
Der berühmte Kräuterpfarrer Künzle meinte: «Wohl kein Kraut der Erde ist so wirksam zur Reinigung von Magen, Gedärme und Blut wie der Bärlauch.» (Allerdings hat er da wahrscheinlich nicht Bärlauchbratwurst oder -chips gemeint.)

