Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Leserbeiträge

Die Förderklassen ergänzen das integrierende Schulsystem

Dieser Leser nimmt Stellung zu einer Problematik im Schulsystem. (Symbolbild)

Foto: Philipp Gämperli

Die Förderklassen ergänzen das integrierende Schulsystem

Leserbrief

Hanspeter Amstutz

Fehraltorf

Ein bis sechs Schüler pro ­Klasse würden sich während einer ­Unterrichtslektion öfters auffällig oder störend verhalten, war kürzlich im ZO/AvU zu ­lesen. Sie müssten eigentlich zeitweise eins zu eins betreut werden, um sie wieder in richtige Bahnen lenken zu können. Diese Aussage machte die Präsidentin des Zürcher Lehrerverbands im Rahmen eines Interviews über die Einführung von ­Förderklassen.

Die grosse Zahl von Schülern mit intensivem Betreuungs­aufwand macht stutzig. Wieso ist konzentriertes Lernen in manchen Klassen so schwierig geworden? Sicher stark ins ­Gewicht fällt, dass die Erwartungen ans individualisierte Lernen gewaltig gestiegen sind. Lehrpersonen sollen bitte mass­geschneiderte Wege für ­jedes einzelne Kind finden und individuelle Ziele festlegen. Dieses Lernkonzept hört sich zwar vielversprechend an, ­vermindert aber die Anpassungsleistungen der einzelnen Schüler an stabilisierende ­gemeinsame Normen im Klassenunterricht. Manche Kinder werden fordernder und ungeduldiger. Nicht geeignet für die Führung quirliger Klassen ist dabei auch ein als fortschrittlich geltendes Rollenbild, das Lehrkräfte als zurück­haltende Lernbegleiter und erst in zweiter Linie als ­Führungspersonen sieht.

Förderklassen sind nicht dazu da, den Grossteil der teils hausgemachten Schwierig­keiten unserer Volksschule ­aufzufangen. Der überladene Lehrplan, das belastende ­Frühsprachenkonzept und ­unsinnig hohe Ansprüche ans Individualisieren erschweren eine Konzentration auf ein übersichtliches Bildungs­kernprogramm. Diese Fehl­entwicklungen sorgen für viel Hektik und Unruhe in den Klassen. Es gilt deshalb, parallel zur Einrichtung von Förderklassen bei den ­genannten Baustellen gründlich aufzuräumen.

Die meisten verhaltens­auffälligen Schüler benötigen keine separative Förderung. Time-out-Lösungen mit ­Schulinseln können einiges ­abdecken. Doch es gibt die happigen Fälle mit einem erheblichen Störpotenzial. ­Solche Schüler benötigen ­intensive Betreuung in Kleinklassen durch eine Lehrperson mit heilpädagogischen Fähigkeiten.

Förderklassen sind eine ­nötige Ergänzung in einem ­integrierenden Schulsystem. Sie verhindern, dass Regel­klassen völlig aus dem Ruder laufen und nur noch durch ­teure externe Sonderschulungen stabilisiert werden können. Mit dem Ja des Kantonsrats ­zugunsten von Förderklassen sind die richtigen Schritte ­eingeleitet worden.

Dieser Leserbrief bezieht sich auf den Aritkel «Die Initiative würde die ­Lehrpersonen null entlasten» vom 26. März 2025.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns