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Erdbeben in Myanmar – und was dabei vergessen geht

Mehr als 3000 Tote wurden nach dem verheerenden Erdbeben in Myanmar geborgen. Die Zahl dürfte noch weiter ansteigen. Im Bild ein eingestürztes Haus in der Hauptstadt Naypyitaw.

Foto: AP

Erdbeben in Myanmar – und was dabei vergessen geht

Leserbrief

Ernst Eberhard

Dürnten

Dieses Erdbeben ist schrecklich. Schrecklich vor allem für alle Verwundeten, Verschütteten oder sogar Toten und deren Angehörige. Alle Hilfe, so wertvoll und wichtig sie ist, kann daran nichts ändern. Dabei wird etwas anderes bei uns völlig übersehen: Die Opfer der herrschenden Militärjunta sind von ganz anderem Kaliber.

Ein Erdbeben passiert schnell und hart. ­Jeder verletzte Mensch ist einer zu viel. Aber die Opfer der Diktatur in solchen Ländern häufen sich über Jahre oder Jahrzehnte an und sind schlimmer als zehn, 50 oder mehr Erdbeben. Die Opfer sind schutzlos und verachtet, es ist wie ein lang­sames Sterben unter Trüm­mern, wieder und wieder.

Wir Schweizer kennen weder Militärjunta noch Erdbeben, in dieser Hinsicht sind wir ein glückliches Volk. Und tragen wir deshalb auch besonders Sorge zu unserer direkten ­Demokratie und zur Vielfalt der Meinungen und der Parteien, die bisher recht ordentlich ­zusammen funktionierten.

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