Verlierer oder Sieger?
Leserbrief
Der Bericht, wonach die Stadt Uster die Archive nun statt in der Unteren Farb in den Gebäuden der ehemaligen Käserei Roth in Oberuster einrichten will, ist grundsätzlich erfreulich. Nur schade, dass die Berichterstatterin sehr einseitig zugunsten der Stadt Uster und der SP berichtet hat. Der Bericht suggeriert, dass der SP-Gemeinderat Balthasar Thalmann «verantwortlich» ist, dass das Archiv nun in Oberuster untergebracht werden soll. Dem ist überhaupt nicht so! Die SP Uster war vehement dafür, dass das Archiv in die Untere Farb «eingebunkert» werden sollte. Ehrlicher wäre der Bericht gewesen, wenn deutlich hervorgehoben wäre, dass der neue Standort nur dank dem Volksnein zustande gekommen ist. Der Stadtrat schreibt in seiner Weisung erfreut, dass das Archiv in der Unteren Farb 5 Millionen gekostet hätte und die Stadt mit dem neuen Standort, mit Kosten von 700 000 Franken, stolze 4,3 Millionen sparen kann. Auch das ist nicht so! Verantwortlich für diese Einsparung von 4,3 Millionen sind allein das dreiköpfige Komitee Nein zur Unteren Farb (Gusti Hofmann, Paul Stopper und der Unterzeichner) und die Mehrheit der Nein-Stimmenden. Sicher nicht der Stadtrat inklusive Gemeinderat, die für ein Ja votierten. Auch keine bürgerliche Partei kann sich diesen Erfolg zuschreiben. Bis auf wenige Ausnahmen von Gemeinderatsmitgliedern, die sich nicht stramm an die Parteidoktrin hielten.
Weshalb die Redaktion diesen Sachverhalt nicht erwähnt hat, kann vermutlich nur so erklärt werden, dass der Bruder der Stadtpräsidentin und der Stadtrat als die grossen Retter und Sparer gepriesen werden sollten. So kann man Verlierer zu Siegern machen.
«Stadtarchiv soll in die Käserei Roth ziehen», Ausgabe vom 6. Februar
