Reservezone respektieren und schützen!
Leserbrief
Infolge des rasanten Bevölkerungswachstums während der letzten 20 Jahre braucht die Stadt Wetzikon zusätzlichen Schulraum für die Kinder, die hier zur Schule gehen. Das ist nichts Aufsehenerregendes, sondern eine normale Herausforderung, welche städtische Verwaltungen rechtzeitig planen müssen.
Mit der zukünftigen Überbauung der Gebiete vom Widum über den Binzacher bis zum Bahnhof Kempten wird es ein neues Schulhaus, neue Kindergärten und noch andere Infrastrukturen sicher brauchen. Dafür stehen zum Glück noch genügend Flächen in der Bauzone zur Verfügung. Entlang der Bahnlinie Wetzikon–Kempten besitzt die Stadt Wetzikon noch einige Bauparzellen.
Die Stadtverwaltung hingegen schielt auf die Reservezone Buchgrindel/Widum als möglichen Standort für ein neues Schulhaus. Das ist meiner Meinung nach nicht richtig. Reservezonen sind eben «Reserven», die wir unbedingt schützen müssen. Wir werden diese zirka siebeneinhalb Hektar grosse Bodenfläche vielleicht früher, als wir es uns heute vorstellen können, für ganz andere Zwecke brauchen als für reguläre öffentliche Bauten.
Für ein neues Schulhaus gibt es genügend Alternativstandorte. Wie steht es zum Beispiel mit der Wiese, auf welcher in diesen Wochen das Migros-Provisorium erstellt wird? Sobald sich die neue Migros wieder am alten Standort befindet, wird das Provisorium hinfällig. Es tönt jetzt etwas utopisch, aber wäre es nicht möglich, daraus in ein paar Jahren ein Schulhaus zu bauen? In Zeiten, wo wir Energien und Ressourcen sparen müssen, ist das Umfunktionieren eines bestehenden Gebäudes für ein innovatives Architektenteam kein Ding der Unmöglichkeit.
Bauten gehören in die Bauzone. Die Reservezone ist eine Bauverbotszone und darf nur bei ausgewiesenem Bedarf für Bauten eingezont werden. Wir brauchen diese unverbaute Fläche für ein gesundes Stadtklima und für die urbane Biodiversität. Der Druck auf die wenigen Grünflächen innerhalb der Stadt wird durch die in Planung begriffenen Bauvorhaben (Schönau, Binzacher, Oberwetzikon, Kempten usw.) weiter steigen.
Darum Hände weg von der Reservezone Buchgrindel/Widum! Behalten wir diesen Landvorrat für zukünftige lebenswichtige Herausforderungen. Bedrohungen verschiedenster Art werden leider immer wahrscheinlicher. Tragen wir deshalb Sorge zur knappen Ressource Boden für künftige Landwirtschafts- und Biodiversitätsflächen sowie Freiräume (Parks, Schulgärten usw.)!
«Die Schule Wetzikon braucht ein zusätzliches Schulhaus», Ausgabe vom 5. Februar