Knapp die Hälfte der Kosten entfallen auf Investitionen in neue Anlagen
Leserbeiträge
Walther Stolle, Wernetshausen
Der Titel «Aussensanierung der katholischen Kirche Hinwil» ist schlicht und einfach falsch. Es ist also fraglich, ob der Stimmbürger erkennen kann, worum es bei der Abstimmung vom 9. Februar wirklich geht. Wer das Paket aufschnürt, wird bald feststellen, dass darin beträchtlich Dinge enthalten sind, die nicht unter diesen Titel gehören. Renovationen dienen der Erneuerung, Modernisierung oder Wiederherstellung eines bestehenden Objekts. Das ist nach knapp 50 Jahren seit dem Umbau sicher in manchen Punkten nötig. Knapp die Hälfte der Kosten entfallen aber auf Investitionen in neue Anlagen. Diese mögen zwar wünschenswert sein, sind aber eben keine Renovationen (zum Beispiel Solaranlage oder Verdunklungseinrichtungen).
Zum Thema Solaranlage hat sich die EKZ schon ausführlich Gedanken gemacht und empfiehlt ein Nein. Achtung: Nur gerade 12 Prozent der Leistung sind Eigenverbrauch. Offenbar für Verbrauch in allen Gebäude. Für die Kirche allein, mit der besonders grossen Dachfläche, wird der Eigenverbrauch kaum mehr als 1 bis 2 Prozent betragen. Es wird also dem EKZ eine Produktion verkauft, die sie dann mit Gewinn weiterverkauft. Ohne nur einen Rappen zu invertieren. Ist das der Sinn einer Investition aus Steuergeldern?
Einspeisung drosseln
Ob in der geplanten, sehr langen Nutzungszeit des EKZ wirklich die vorgesehene Vergütung gezahlt werden, ist heute reine Spekulation. In der Presse war kürzlich zu lesen, dass die Einspeisung ab Solaranlagen in das öffentliche Netz unter gewissen Umständen gedrosselt werden muss, um das Netz stabil zu halten. Die vorgesehene Nutzungsdauer von 40 Jahren ist auch nicht gerade berauschend. Ist doch bewiesen, dass die heutige Ziegeldeckung 100 Jahre ihren Dienst getan hat.
Nachdenklich muss auch der angebliche Selbstfinanzierungsgrad von 17 Prozent stimmen. Gelten doch Werte unter 50 Prozent bereits als ungenügend.
Zum Schluss noch eine Frage: Was sagt der Heimatschutz? Damals beim Umbau tat man sich schon schwer. Es handelt sich um eine der letzten Diasporakirchen im Kanton Zürich. Wenn nun auch das Ziegeldach verschwindet, bleibt wohl nichts mehr. Also überlegen wir uns sorgfältig, wo wir unser Kreuz auf dem Stimmzettel machen wollen.
