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Zwei Minuten Redezeit für die Demokratie

Die Schule Hinwil arbeitet mit einem Notbudget.

Foto: Lennart Langer

Zwei Minuten Redezeit für die Demokratie

Leserbrief

Barbara Schnyder

Hinwil

Seit Jahren sind in der Schul­gemeinde Hinwil die Ausgaben höher als die Einnahmen. Dies liegt unter anderem an den steigenden Personalkosten und einer wachsenden Verschuldung. Die Ausgaben müssen besser kontrolliert und die ­Einnahmen langfristig im Auge behalten werden.

Im September 2024 wurde noch eine Fachstelle Sonder­pädagogik geschaffen und, ohne mit der Wimper zu ­zucken, durchgewinkt. Hatte man damals die Augen vor der prekären Lage verschlossen?

Immer mehr Kinder werden an externe Schulen geschickt. Die Taxidienste und damit die Transportkosten nehmen laufend zu. Zusammen mit den Lohnkosten für Sonder­pädagogik gibt die Schule jährlich rund 3’420’000 Franken aus. Im Vergleich zu anderen ­Bezirken sind im Bezirk Hinwil die ­Kosten Sonderpädagogik am höchsten (bista.zh.ch). ­Weshalb müssen sich die ­Kinder immer mehr in ­einem engmaschigen System zu­rechtfinden? Geben wir ­ihnen doch den Spielraum, um sich im eigenen Tempo zu ent­wickeln!

Im Jahr 2023 mussten 640’000 Franken Zinsen für die Schulden bezahlt werden. Dies bedeutet, dass 128 Steuerzahler mit je 5000 Franken ­dafür aufkommen mussten. Angesichts dieser hohen Zahlen ist es wichtig, dass keine weiteren Schulden angehäuft werden! Ein grosser Ausgabeposten ist auch die Informatik. Im Budget 2024 wurde über eine Million Franken dafür ­eingesetzt. Die Kosten etwa für die Lizenzen betragen rund 224’000 Franken pro Jahr und die Mieten 256’000 Franken. Entgegen der stets wiederholten Behauptung hat die Schule gemäss Aussage des kantonalen Volksschul­amts durchaus Handlungsspielraum. So ist es auch nicht vorgeschrieben, dass jeder Schüler ab der 4. Klasse ein ­Tablet haben muss.

An der Versammlung hatte ein SP-Mitglied eine Redezeit von zwei Minuten beantragt. Hatte man Angst vor den Worten des Volks, oder war es eher Gleichgültigkeit?

Den Vorwurf von der SP-Präsidentin, wonach das Volk keine Verantwortung übernehme, lehne ich ent­schieden ab. In früheren Jahren wurden sämtliche ­Geschäfte durch diese Partei durch­gewinkt. Am Schluss zahlt immer das Volk. Wo ­bleiben die Stärke, die Weitsicht und die Verantwortung der ­Parteien?

Besonders bedauerlich ist, dass der Rotstift vor allem bei den Kindern angesetzt werden soll. Eine Steuererhöhung von 10 Prozentpunkten nützt nichts, wenn das «Grundübel», nämlich die bestehenden Strukturen, gleich bleiben.

Es ist auch nicht zielführend, wenn wir uns immer mit den «schwächeren» Gemeinden vergleichen. Besser wäre es, sich an den­jenigen ­Gemeinden zu orien­tieren, ­welche ihren Handlungsspielraum nutzen und die Kosten im Griff haben.


«Schule Hinwil muss mit einem Notbudget arbeiten», Ausgabe von 13. Dezember


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