Man kann nicht nicht kommunizieren – und sollte sich auch nicht einmischen
Leserbrief
Manchmal sagt Schweigen mehr als Worte. Aber die Tösstaler Gemeindepräsidenten René Gubler und Simon Mösch haben beschlossen, nicht still zu bleiben – und machen lauthals Stimmung gegen die geplante Fusion von Wildberg und Pfäffikon. Dabei behaupten sie, sich «nicht einmischen» zu wollen. Ein kleiner Widerspruch, oder? Denn wer laut erklärt, sich nicht einzumischen, mischt sich eben doch ein. Paul Watzlawick, der berühmte Kommunikationswissenschaftler, hätte wohl seine Freude daran.
Wildberg hat in der Vergangenheit bewiesen, dass es die Zeichen der Zeit erkennt. Die schnelle Umstellung auf eine Einheitsgemeinde war ein mutiger Schritt in die Zukunft. Nun zeigt der Gemeinderat mit der geplanten Fusion erneut Weitblick und Verantwortungsbewusstsein. Das verdient Respekt – und keine gut gemeinten Ratschläge von aussen.
Wenn Turbenthal und Wila bei ähnlichen Themen noch in der Startbox verharren, ist das ihre Sache. Aber warum die Nachbargemeinde bremsen wollen, wenn diese bereit ist, voranzugehen? Statt über vermeintliche Risiken oder eigene vertane Chancen zu lamentieren, könnte man sich ja auch für einmal fragen, was man von der kleinen Gemeinde Wildberg lernen könnte. Fortschritt braucht Mut, keine Mahnfinger.
Wildberg hat verstanden, dass Stillstand keine Option ist. Und manchmal wäre es besser, wenn sich Nachbarn wirklich nicht einmischen – statt nur so zu tun, als ob.
«Tösstaler Gemeindepräsidenten weibeln gegen Fusion von Wildberg und Pfäffikon», Ausgabe vom 12. Dezember
