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Gewachsene Wohnbevölkerung, mehr Wohlstand und gestiegene Freizeitansprüche sind Verkehrszunahme-Treiber

Gestiegene Wohnbevölkerung, mehr Wohlstand und höhere Freizeitansprüche seien die Treiber der Verkehrszunahme, findet Jürg Kägi.

Foto: Jan Gubser

Gewachsene Wohnbevölkerung, mehr Wohlstand und gestiegene Freizeitansprüche sind Verkehrszunahme-Treiber

Leserbrief

Jürg Kägi

alt Gemeinderat, Wetzikon

Der Lückenschluss Uster–Betzholz war nicht Teil des Ausbauschritts STEP 23. Dennoch ist der «Lebensraum Oberland» in Aufregung.

Entgegen Martin Pestalozzis Leserbrief vom 2. Dezember fand ich den Kommentar von Chefredaktor Michael Kaspar nach dem Abstimmungssonntag berechtigt und inhaltlich stimmig. Martin Pestalozzi behauptet, im ZO-Artikel vom 12. November ­stünde, dass Wetzikon im Falle ­eines Autobahnanschlusses «Wetzikon West» mit täglich 30’000 Fahrzeugen geflutet werde. Hat er nun falsch verstanden oder bewusst falsch zitiert?

Tatsache ist, dass sich die 30’000 Fahrzeuge schon heute durch Unterwetzikon quälen. Sie behindern die Buslinien vom und zum S-Bahn-Knoten sowie den Fuss- und Fahrradverkehr massiv. Die Hälfte davon würde mit dem Lückenschluss in der A15 ausgelagert, und es verblieben innerorts der Ziel-, der Quell- und der Binnenverkehr.

Mehr Fläche für Veloverkehr, weniger für Autoverkehr

Die auch von Martin Pestalozzi bemühte Behauptung, mehr Strassen ergäben stets mehr Verkehr, ist falsch. Sie wurde pikanterweise im Nostalgie-Artikel im ZO vom 26. No­vember vom diesbezüglich ­unverdächtigen Uwe Scheibler widerlegt. Dieser betonte zutreffend, dass sich der Verkehr in Unterwetzikon seit 1982 von 16’000 bis 18’000 auf 28’000 bis 30’000 Fahrzeuge pro Tag vermehrt habe.

Nur: Seit Eröffnung der ­Autobahn bis Uster Ost im Jahr 1988 wurde das übergeordnete Strassennetz östlich der A 1 im Kanton Zürich nirgends vergrössert. Die Fläche für den Autoverkehr wird sich ­sogar zugunsten von Fahrradwegen und -spuren verringert haben.

Jedoch wuchs die Wohnbevölkerung in den drei Zürcher Oberländer Bezirken seither um satte 50 Prozent, in Wetzikon gar um 61 Prozent. Zugleich nahmen Wohlstand und Freizeitansprüche stark zu. In diesen Tat­sachen liegen «nüchtern betrachtet» die Treiber für die Verkehrszunahme im Zürcher Oberland und in der Schweiz generell. 

Max Hombergers Anwürfe und Versprechungen im ZO vom 4. Dezember sind polemisch und unseriös. Ich sehe zunächst keinen Zusammenhang mit dem «Freisinn», den er für die Ablehnung des Wetziker Kurztunnels verantwortlich macht. Max Homberger war in den fraglichen Jahren Mitglied der Wetziker Exekutive.

Er kennt die lange Liste mit den politischen und technischen Gründen, welche zwingend zur Ablehnung des gegenüber den Nachbargemeinden Hinwil und Seegräben unsolidarischen Kurztunnels führen mussten. Er wird auch wissen, dass die Welt heute eine andere ist: Die Moorlandschaft wird umfahren, und die Oberlandautobahn ist seit 2020 eine Nationalstrasse – beschlossen durch den Schweizer Souverän im ­Februar 2017.

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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