Nüchtern betrachtet …
Leserbrief
In seinem Kommentar zur Abstimmung über den Ausbau der Nationalstrassen schreibt Chefredaktor Michael Kaspar, Unsicherheiten und Halbwahrheiten hätten die Stimmung im Vorfeld sehr beeinflusst, und er bilanziert: «Ein Ja wäre wichtig gewesen – wenn man es nüchtern betrachtet.»
Dass es auch – nüchtern betrachtet – sachliche Gründe für dieses Nein gab, fehlt in diesem einseitigen Kommentar. Nüchtern betrachtet ist es ein unauflösbarer Widerspruch, wenn sich die Schweiz einerseits anspruchsvolle Klimaziele setzt und andererseits mehr als fünf Milliarden Franken in den Nationalstrassenbau investieren wollte – mit entsprechend negativen Folgen für die Klimabilanz sowohl beim Bau als auch beim Betrieb.
Nüchtern betrachtet haben immerhin über 300 Verkehrsfachleute davor gewarnt, dass die mit der Vorlage geplante Beseitigung von Engpässen bloss zu einer Verschiebung solcher Engpässe und zu mehr Verkehr führen wird.

