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Führt EFAS zu mehr ambulanter Medizin?

Am 24. November geht es bei der EFAS-Vorlage um Kosten, aber auch um Risiken für die Langzeitpflege – eine Leserin stimmt daher Nein. (Symbolbild)

Foto: PD

Führt EFAS zu mehr ambulanter Medizin?

Leserbrief

Julia Amherd

Uster

Die Vorlage zur einheitlichen Finanzierung der ambulanten und stationären Leistungen (EFAS), über die wir am 24. November abstimmen, soll dazu führen, dass die Kosten des Gesundheitswesens sinken werden.

Es ist schwer nachvollziehbar, weshalb ambulante Eingriffe so viel günstiger sein werden. Die Ambulantisierung der Medizin ist bereits in vollem Gange. Getrieben wird sie einerseits durch Entwicklungen in der Medizin. Andererseits setzt die 2012 eingeführte Finanzierung der stationären Spitalaufenthalte über DRG oder Fallpauschalen den Spi­tälern einen wirtschaftlichen Anreiz, die Patientinnen und Patienten lieber früher als ­später zu entlassen.

Letztlich sollten aber weder das System der Finanzierung noch der wirtschaftliche Anreiz der Spitäler entscheidend sein, ob ein Eingriff stationär oder ambulant durchgeführt wird. Entscheidend sollten die ­gesundheitliche und soziale ­Situation und die Bedürfnisse der betroffenen Person sein. Hat sie genügend Unterstützung zu Hause, wenn sie nach einem operativen Eingriff zum Beispiel am Fuss in den ersten Tagen nicht voll mobil ist? Lassen sich die Schmerzen in der ersten Nacht nach dem Eingriff genügend gut kontrollieren? Erlebnisberichte von Betroffenen und Pflegenden aus der Spitex lassen zweifeln, dass diese Perspektiven miteinbe­zogen werden.

Ob ein Ja zur EFAS zu beschleunigter Ambulantisierung führt und ob dies überhaupt gewünscht wird, ist also völlig offen. Klar ist hingegen, dass sich die Kantone bei einem Ja zur EFAS aus der Verantwortung und der Finanzierung der Langzeitpflege (Pflegeheime und Spitex) zurückziehen werden. Dies wird aufgrund der demografischen Entwicklung zu einer vermehrten Finanzierung über die unsozialen Kopfprämien der Krankenkasse und damit zu steigenden Prämien führen.

Ich will diese Entwicklung verhindern und stimme daher Nein zur EFAS.

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