Hölzliwiesenstrasse in Volketswil ausbauen statt Neue Greifenseestrasse bauen
Leserbrief
Die Ustermer Stimmbürger und Stimmbürgerinnen stimmten 2021 der Streichung der Neuen Greifenseestrasse aus dem regionalen Richtplan des Zürcher Oberlands zu. Der Ustermer Stadtrat hat dem Zweckverband Regionalplanung Zürcher Oberland (RZO) deshalb deren Streichung beantragt. Dafür gebührt ihm Dank.
Dass die Strasse noch immer nicht gestrichen ist, entnimmt man – erstaunt – dem Agglomerationsprogramm des Bunds, das zwischen August und September 2024 öffentlich aufgelegen hat. Der Kanton Zürich schlägt darin dem Bund weiterhin vor, die Neue Greifenseestrasse zu bauen.
Neue Greifenseestrasse würde nur Volketswil nützen
Der wahre Grund für die noch nicht erfolgte Streichung ist im Gemeinderat Volketswil zu suchen. Dieser stemmt sich seit 40 Jahren gegen die Streichung der Neuen Greifenseestrasse. Er will die Strasse unbedingt bauen lassen, weil er mit der Neuen Greifenseestrasse die Situation beim Kreisel Greifenseestrasse/Industriestrasse in Zimikon (Volketswil) lösen will.
Die Gemeinde Volketswil wurde immer wieder darauf aufmerksam gemacht, dass sie doch ihr (selber verursachtes) Verkehrsproblem auf ihrem eigenen Boden lösen solle, nämlich durch den Ausbau der Hölzliwiesenstrasse. Diese Strasse besteht schon, verläuft fast parallel zur Neuen Greifenseestrasse und liegt vollständig im (hässlichen) Industriegebiet von Volketswil. Durch deren Ausbau ginge kein Quadratmeter Kulturland verloren. Davon will der Volketswiler Gemeinderat jedoch einfach nichts wissen. Er lagert seine Probleme lieber nach Nänikon respektive nach Uster aus.
Hölzliwiesenstrasse in den Regionalplan Glattal
Die Hölzliwiesenstrasse liegt im Bereich der Planungsgruppe Glattal, so wie auch die Gemeinde Greifensee. Daher wäre es für die Gemeinden Volketswil und Greifensee seit Jahren ein Leichtes gewesen, die Aufnahme der Hölzliwiesenstrasse als Regionalstrasse in den Regionalplan Glattal zu beantragen. Damit fiele die Zuständigkeit für deren Ausbau ebenfalls dem Kanton zu. Weshalb die beiden Gemeinderäte nie auf diese Idee gekommen sind, ist nicht nachvollziehbar.
Vielleicht wäre aber auch noch ein anderer Weg denkbar: Sowohl der Ustermer Bauvorstand als auch der Gemeindepräsident von Volketswil und die Gemeindepräsidentin von Greifensee hocken jeden Montag in Zürich im Kantonsrat. Da sollte doch eine gemeinsame parlamentarische Aktion zugunsten einer akzeptablen Lösung möglich sein. Wofür wählen und bezahlen wir denn diese Politiker aus unseren Steuergeldern?
