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Zürcher Oberland verglast

Auf 72'000 Quadratmetern sollen ab 2027 Tomaten, Peperoni und Gurken für den lokalen Bedarf reifen.

Foto: Simon Grässle

Zürcher Oberland verglast

Leserbrief

Max R. Homberger

Wetzikon

Zuerst vorweg: Es ist Herrn ­Beerstecher zu gönnen, dass er durch Baulandverkauf in ­Dübendorf viele Millionen Franken einstecken durfte. Aber es ist ihm nicht zu gönnen, dass er mit diesem Geld jetzt unsere Heimat, das Zürcher Oberland, auf zusätzlich sieben Hektaren verglasen kann. Bereits sind viele Hekt­aren Landwirtschaftsland in Hinwil derart verbaut.

Wer ein gesundes Volks­empfinden hat, dem grausts beim Blick auf die Fotomon­tage mit dem neuen Glashaus im ZO/AvU. Dieses soll «weniger Lkw aus Spanien» bewirken. Das ist dummes Zeug. Aus Spanien werden erst weniger Lkw eintreffen, wenn dort keine ­Tomaten mehr wachsen, wenn es der Agro-Industrie und den Grossverteilern gelungen ist, Südspanien trockenzulegen, zu versteppen und zu verwüsten. Das Beerstecher-Vorhaben in Hinwil ist ein Affront, optisch wie rechtlich. Das Raumplanungsgesetz des Bunds sagt klar, dass es darum geht, «die natürlichen Lebensgrundlagen wie Boden, Luft, Wasser, Wald und die Landschaft zu schützen».

Die Landwirtschaftszonen dienen «der Erhaltung der Landschaft und des Erholungsraums oder dem ökologischen Ausgleich». Diese klare Rechtslage mit einem Gestaltungsplan übersteuern zu wollen, ist eine Unverschämtheit. Eine noch grössere Unverschämtheit ist die Tatsache, dass ein Gestaltungsplan gemäss Awel, Are und dem Amt für Landschaft und Natur, alle zugehörig der kantonalen Baudirektion, ­offensichtlich «genehmigungsfähig» ist. Wenn dem so sein sollte, dann ist der grüne Baudirektor bei den nächsten ­Wahlen fällig.


«Beerstecher plant 20-Millio­nen-Investition in Hinwil», ­Ausgabe vom 3. September

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