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Nichtstun wird erwiesenermassen hohe Kosten verursachen

Am 22. September wird über die Biodiversitäts-Initiative abgestimmt. (Symbolbild)

Foto: Anthony Anex/Keystone

Nichtstun wird erwiesenermassen hohe Kosten verursachen

Leserbrief

Ursula Alayan-Ricklin

Theilingen

Noch im Frühjahr hat der Zürcher Bauernverband ganz viel Geld ausgegeben, um eine Anzeigenkampagne zu lancieren, die aufzeigen sollte, wie viel für die Biodiversität getan ­werde. Jetzt wird vom Schweizer ­Bauernverband einem einzelnen Biologen ein Auftrag ­gegeben zu einer Studie, die ­besagen soll, wie gut es unserer Biodiversität geht.

Und bei diesen Aktionen werden beide Augen fest verschlossen vor dem, was sehr viele Wissenschaftler seit Jahren feststellen und wissenschaftlich dokumentieren und was man sowieso auch als ­aufmerksamer Beobachter sieht, nämlich dass es wirklich höchste Zeit ist zu handeln. Rund die Hälfte der natürlichen Lebensräume ist bedroht, und über ein Drittel unserer Tier- und Pflanzen­arten ist gefährdet oder ­bereits ausgestorben.

Das ist selbstverständlich nicht allein auf die Landwirtschaft zurückzuführen, sondern es spielen auch noch viele andere Faktoren eine Rolle. Aber dass der Bauernverband jetzt so Stimmung macht gegen die Biodiversitätsinitiative zeugt leider davon, dass das Problem dort noch nicht ­erkannt ist und er seine Übermacht in der Politik dazu ­ausnutzt, weiterhin nur für seine eigenen Interessen einzustehen, statt endlich mal die Augen zu öffnen für das, was dringend notwendig wäre – auch für die nächste Genera­tion.

Dass das nicht gemacht wird, sieht man auch durch den Ar­tikel im ZO/AvU vom Montag, 29. Juli: «Bund zahlt weiter Millionen für Absatz von Koteletts und Cervelats». Da werden, ebenfalls durch die Übermacht der Bauern im Parlament, weiterhin über 30 Millionen Franken Steuergelder ausgegeben für schöne Werbeplakate mit glücklichen Tieren und bunten Wiesen, was leider nur in Ausnahmefällen der Realität entspricht. Sehr viele Tiere leiden bei ihrer Haltung, vom Tod ­danach gar nicht zu sprechen, und die Wiesen haben durch das viele Mähen mit anschliessendem Güllen ein Einheitsgrün ohne Leben darauf.

Die Biodiversitätskrise, die jetzt vom Bauernverband vehement bestritten wird, ist leider Realität. Also machen wir doch endlich einen kleinen ­Anfang zur Verbesserung und nehmen die Biodiversitätsinitiative Ende September an, auch für die nächste Generation, zumal Nichtstun auch noch erwiesenermassen hohe Kosten verursachen wird.


«Bauernverband-Bericht stösst auf Widerspruch von ­Forschern», Ausgabe vom 27. Juli

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