Nichtstun wird erwiesenermassen hohe Kosten verursachen
Leserbrief
Noch im Frühjahr hat der Zürcher Bauernverband ganz viel Geld ausgegeben, um eine Anzeigenkampagne zu lancieren, die aufzeigen sollte, wie viel für die Biodiversität getan werde. Jetzt wird vom Schweizer Bauernverband einem einzelnen Biologen ein Auftrag gegeben zu einer Studie, die besagen soll, wie gut es unserer Biodiversität geht.
Und bei diesen Aktionen werden beide Augen fest verschlossen vor dem, was sehr viele Wissenschaftler seit Jahren feststellen und wissenschaftlich dokumentieren und was man sowieso auch als aufmerksamer Beobachter sieht, nämlich dass es wirklich höchste Zeit ist zu handeln. Rund die Hälfte der natürlichen Lebensräume ist bedroht, und über ein Drittel unserer Tier- und Pflanzenarten ist gefährdet oder bereits ausgestorben.
Das ist selbstverständlich nicht allein auf die Landwirtschaft zurückzuführen, sondern es spielen auch noch viele andere Faktoren eine Rolle. Aber dass der Bauernverband jetzt so Stimmung macht gegen die Biodiversitätsinitiative zeugt leider davon, dass das Problem dort noch nicht erkannt ist und er seine Übermacht in der Politik dazu ausnutzt, weiterhin nur für seine eigenen Interessen einzustehen, statt endlich mal die Augen zu öffnen für das, was dringend notwendig wäre – auch für die nächste Generation.

