Der weisse Elefant im Tösstal
Leserbeitrag
Ich schätze die Arbeit von Behörden sehr. Laien engagieren sich für ihr Dorf, für ihre Schulen und Kirchen. Und das teils unter grossen persönlichen Opfern. Manchmal ist die Arbeit auch frustrierend und ermüdend. Gut zu sehen wieder einmal im mittleren Tösstal. Die schon fast unendliche Leidensgeschichte rund um die Schulgrenzen zwischen Turbenthal und Wila dauert möglicherweise noch Jahre an. Eine komplett verfahrene Situation, in der kaum Gewinner möglich sein werden. Seit Jahren engagieren sich unsere Behörden für Lösungen.
Momentan weibelt der Gemeinderat Turbenthal für eine Einheitsgemeinde. Hier müssen auch die Schulbehörden mitarbeiten. Gleichzeitig haben sie eine mögliche Kreisschule «Mittleres Tösstal» aufzugleisen. Eine an sich unmögliche Konkurrenzsituation, die wohl nicht nur für gute Stimmung sorgt. Auch Wila sucht wieder neue Lösungen, ebenso strengt sich Wildberg an, neue Gemeindemöglichkeiten auszuloten. Nur eben leider jeder für sich und niemand miteinander. Mich dünkt, dass so all die langjährigen Bemühungen für neue Gemeindestrukturen Stückwerk bleiben müssen. Und nun eben der ungesehene weisse Elefant im Raum – eine gemeinsam angestrebte Gemeindefusion. Fusionen lösen Ängste aus, ja. Sie bedingen meist auch mehrere Anläufe und Umwege.
Wir sind im mittleren Tösstal genau in dieser Phase. Dorf gegen Dorf. Schule gegen Gemeinde. So sind sinnvolle Lösungen kaum zu erwarten. Ich plädiere entschieden dafür, dass sich alle Beteiligten einen Ruck geben und gemeinsam die Möglichkeit einer Gemeindefusion ernsthaft prüfen. Wir haben Beispiele direkt vor unserer Nase. Die Gemeinde Zell besteht aus einzelnen Dörfern, die alle ihre eigene Identität leben und dennoch einer gemeinsamen Gemeinde angehören. Es ist möglich – ja, auch bei uns. Vielleicht wäre ein Weg, dass die Ortsparteien aus Turbenthal und Wila die gemeinsame Initiative ergreifen würden. So könnten wir die Probleme lösen, Synergien schaffen und auch die Behörden entlasten. Wann, wenn nicht jetzt? 1200 Jahre Turbenthal – was wäre das für ein Jubiläumsgeschenk.
