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Der weisse Elefant im Tösstal

Tablat gehört politisch zu Turbenthal – aber zur Primarschulgemeinde Wila. (Archiv)

Foto: Bettina Schnider

Der weisse Elefant im Tösstal

Leserbeitrag

Martin Kieser

Oberhofen

Ich schätze die Arbeit von Be­hörden sehr. Laien engagieren sich für ihr Dorf, für ihre Schu­len und Kirchen. Und das teils unter grossen persönlichen ­Opfern. Manchmal ist die Ar­beit auch frustrierend und er­müdend. Gut zu sehen wieder einmal im mittleren Tösstal. Die schon fast unendliche Leidensgeschichte rund um die Schulgrenzen zwischen Tur­benthal und Wila dauert mög­licherweise noch Jahre an. Eine komplett verfahrene Situation, in der kaum Gewinner möglich sein werden. Seit Jahren enga­gieren sich unsere Behörden für Lösungen.

Momentan weibelt der Gemeinderat Turbenthal für eine Einheitsgemeinde. Hier müssen auch die Schulbehör­den mitarbeiten. Gleichzeitig haben sie eine mögliche Kreis­schule «Mittleres Tösstal» aufzugleisen. Eine an sich unmög­liche Konkurrenzsituation, die wohl nicht nur für gute Stim­mung sorgt. Auch Wila sucht wieder neue Lösungen, ebenso strengt sich Wildberg an, neue Gemeindemöglichkeiten aus­zuloten. Nur eben leider jeder für sich und niemand mitein­ander. Mich dünkt, dass so all die langjährigen Bemühungen für neue Gemeindestrukturen Stückwerk bleiben müssen. Und nun eben der ungesehene weisse Elefant im Raum – eine ge­meinsam angestrebte Gemeindefusion. Fusionen lösen Ängste aus, ja. Sie bedingen meist auch mehrere Anläufe und Umwege.

Wir sind im mittleren Tösstal genau in dieser Phase. Dorf ­gegen Dorf. Schule gegen Gemeinde. So sind sinnvolle Lösungen kaum zu erwarten. Ich plädiere entschieden dafür, dass sich alle Beteiligten einen Ruck geben und gemeinsam die Möglichkeit einer Gemein­defusion ernsthaft prüfen. Wir haben Beispiele direkt vor un­serer Nase. Die Gemeinde Zell besteht aus einzelnen Dörfern, die alle ihre eigene Identität ­leben und dennoch einer ge­meinsamen Gemeinde ange­hören. Es ist möglich – ja, auch bei uns. Vielleicht wäre ein Weg, dass die Ortsparteien aus Turbenthal und Wila die ge­meinsame Initiative ergreifen würden. So könnten wir die Probleme lösen, Synergien schaffen und auch die Behör­den entlasten. Wann, wenn nicht jetzt? 1200 Jahre Turben­thal – was wäre das für ein Jubiläums­geschenk.

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