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Rote Linie nicht gezogen

Die Geschehnisse im Schulhaus Obermatt haben die Pfäffiker Bevölkerung in den letzten Monaten intensiv beschäftigt.

Foto: Simon Grässle

Rote Linie nicht gezogen

Leserbeitrag

Vroni Harzenmoser

Volketswil

Und schon wieder erscheint fast eine ganze Seite zu diesem leidigen Pfäffiker Schulthema. Schuldbekenntnisse, Verfahrensfehler, Entschuldigungen, Steuergelder für Rechtsgelehrte, externe Berater und Rücktritte. So viel Energie und Aufwand vonseiten der Behörde!

Aber – wo bleiben die Eltern? Niemand spricht von den Verursachern dieses Dilemmas – von den kritisierenden und anklagenden Eltern. Bisher hatten sie keinen Mut, hinzustehen und ihr aufhetzerisches «Fehlverhalten» einzugestehen. Weshalb eigentlich nicht? ­Weshalb distanzieren sich die Eltern nicht von den Anklägern und legen ihre Sicht dar?

Der einzige Fehler der Schulleitung und der Behörde bestand meines Erachtens allein darin, die rote Linie zwischen Eltern- und Schulkompetenz nicht vehement und mit ­Nachdruck gezogen zu haben. Die Zusammenarbeit mit den Eltern ist fraglos sehr wichtig, doch kann es nicht sein, dass sich Eltern in die schulischen Kompetenzen einmischen. Stundenplan, Organisation, Lehrplan, Unterricht, Didaktik und Methodik sind Sache der Schule.

Hier sind Fachleute am Werk, die dafür ausgebildet sind. Eltern-Mitsprache in Sachen Schule ist auf politischer Ebene bei Abstimmungen gefragt. Die Kompetenz der Eltern liegt allein in der Erziehung ­ihrer Kinder und im häuslichen Bereich – und sicher nicht im Schulzimmer.

Und – wenn die Eltern imstande wären, ihre Kinder auch in heikleren körperlich-sexuellen Themen aufzuklären und zu unterstützen, was ja eigentlich ihre Aufgabe wäre, müsste die Schule das Fach Sexualerziehung gar nicht anbieten.


Reaktion auf den Artikel «Schulpflege Pfäffikon räumt Fehler ein – und weicht Fragen aus», Ausgabe vom 10. Juli

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