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Ustermer Kultur, quo vadis?

Brainstormen, aufschreiben und ein Kulturprojekt vorstellen: Dieser Leserbriefschreiber findet das unnötig.

Foto: Christian Merz

Ustermer Kultur, quo vadis?

Leserbrief

Heinz Sommer

Uster

In der Wohnstadt am Wasser gibt es auch nach 1250 Jahren seit ihrer ersten urkundlichen Erwähnung wirklich nichts, was es nicht gibt.

30 Teilnehmer am Kulturgelage unter der Ägide einer kulturbeflissenen Stadtregierung hecken bei Kaffee und Gipfeli phantasievollste Ideen zur Feier des Jubiläums 1250 Jahre Uster aus. Jenseits jeglichen gesunden Menschenverstands, aber immerhin dank einem staatlichen Kultursponsoring suhlen sich die Berufenen in sogenannten Kreativprozessen tummelnd, auch wenn für deren kaum umsetzbare Resultate sich kein Schwein interessieren dürfte.

So stellt sich bereits heute die berechtigte Frage, ob die 1250-Jahr-Feier eine Showbühne für lediglich ein paar wenige selbst ernannte Kultursachverständige – getreu der Devise von Usters behördlichen Chefstrategen «ausser Spesen nichts gewesen» – oder aber ein Anlass für die breite Bevölkerung werden soll.

Ich empfehle dem Kulturgelage, im Nachgang zu seinen bisherigen sicher gut gemeinten, aber völlig nutzlosen Anstrengungen zusätzlich eine Plauderrunde einzuschalten, zum Beispiel bei Kaffee und Gipfeli nochmals über die Bücher zu gehen und anstelle seiner an Hirngespinste erinnernden Fantastereien seriös zu überlegen, ob die vom Kanton in Aussicht gestellten 100 000 Franken sinnvollerweise nicht gescheiter an die vielen Unwettergeschädigten der Überschwemmungsgebiete in den Kantonen Wallis und Tessin weiterzuleiten wären.

«Uster sammelt Ideen für das Jubiläumsjahr», Ausgabe vom 1. Juli

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