Leben im Brandstrassen-Quartier: Zwischen Verkehrslärm und Hoffnung
Leserbrief
Der vom Autoverkehr verursachte Lärm ist ein weit verbreitetes Problem, das jedoch von den Behörden nicht überall gleich wahrgenommen wird – oder wahrgenommen werden will. Bei uns im Brandstrassen-Quartier beispielsweise wird es seit Jahren ignoriert.
Das Ortsschild an der Kempttalstrasse kennzeichnet unser Brandstrassen-Quartier nicht als Teil der Gemeinde Illnau-Effretikon. Weiss auf Blau steht «Illnau» erst bei den neu gebauten Mehrfamilienhäusern dorfeinwärts. Auch die Geschwindigkeit wird also an dieser Stelle von 80 km/h auf 50 km/h gedrosselt bzw. dorfauswärts erhöht. Mit Vollgas darf so auf unserer Höhe beschleunigt werden.
Die Lärmbelästigung durch den Verkehr ist erheblich. Hunderte Autos und Motorräder fahren permanent, Tag und Nacht, fünf Meter neben unserer Siedlung vorbei. Die Strecke zwischen Fehraltorf und Illnau wird zunehmend auch als Ausweichroute der Oberlandautobahn genutzt, was zu einer hohen Frequentierung durch Fernverkehrslastwagen führt. Lebensqualität durch ruhige Momente ist selten vorhanden. Auch das Schlafen mit offenem Fenster und gemütliche Gespräche im Garten sind nicht mehr möglich.
Die Temporeduktion in der neu bewilligten 30er-Zone im Dorfkern wird hoffentlich zu einer positiven Veränderung mit reduzierter Geschwindigkeit auch vor unseren Häusern führen. Wir sind uns allerdings bewusst: Weder zuständige Vertreter des Kantons noch der Stadtverwaltung sind hier wohnhaft. Sie beurteilen die Situation lediglich mit Plänen, Regeln, Gesetzen. Für uns alle ist dieser Ort aber seit vielen Jahren unser Zuhause. Für eine Temporeduktion – wie wir sie im Übrigen in den letzten20 Jahren schon mehrmals gefordert haben – von 80 km/h auf 50 km/h im besagten Streckenabschnitt wäre es jetzt endlich an der Zeit, nicht?
«Kanton bremst Verkehr in Illnau-Effretikon mit Tempo 30 ab», Ausgabe vom 28. Juni