Leserbeiträge

Warum nicht die Probleme an der Wurzel packen?

Was halten Sie von dieser Meinung? Sind die administrativen Aufgaben mittlerweile sogar in Kindergärten zu hoch?

Warum nicht die Probleme an der Wurzel packen?

Leserbrief

Daniel Schnyder

Uster

Die Stadt Uster vermeldete kürzlich, dass die Evaluation des Pilotprojekts «Fachperson Betreuung im Kindergarten» in Uster positiv ausgefallen sei. Mit der zusätzlichen Fach­person im Kindergarten könnten die Lehrpersonen entlastet werden.

Zuerst das Positive: Mich freut es, dass die Primar­schulpflege Uster die Entwicklung der Kinder bestmöglich unter­stützen möchte. Eine gute Schulbildung für unsere Kinder ist auch mir sehr ­wichtig.

Nun zu meiner Kritik: Man braucht keinen Hochschul­abschluss, um den Schluss zu ziehen, dass mehr Personal mehr Entlastung bringt. Die Frage, die ich mir als Bürger und Steuerzahler stelle, ist, wie das noch weitergehen soll. Mit immer mehr Geld und Personal werden Symptome behandelt, anstatt die Probleme an der Wurzel zu packen. Die links-grün dominierte Schulpolitik der letzten Jahre hat dazu ge­führt, dass das System Schule immer komplexer und enorm viel teurer wurde, währenddem die Bildungsqualität gemäss Pisa-Studie abgenommen hat. Auch die Zuwanderung und der Anteil der fremdsprachigen Kinder an gewissen Schulen sind meines Erachtens ein ­Problem.

Wichtig wäre es, die Ursache der Probleme anzugehen. Mein Eindruck ist, dass die Erziehungsverantwortung in den letzten Jahren immer mehr von den Eltern zu den Schulen übergegangen ist. Das vereinfacht das Ganze nicht. Dennoch ist es möglich, effektive Massnahmen zu ergreifen, wie zum Beispiel den Lehrplan zu verschlanken, das System Schule wieder zu vereinfachen, die Lehrer von administrativem Aufwand zu entlasten und Kleinklassen zur temporären Herausnahme von schwierigen Schülern aus dem Klassenverbund zu ermöglichen. Statt­dessen werden einfach weiter Steuergelder investiert, ohne dabei die eigentlichen Pro­bleme zu lösen.

War es also wirklich notwendig, ein Pilotprojekt durchzuführen, um zu er­kennen, dass eine zusätzliche Fachperson die Lehrpersonen entlasten kann? Manchmal sind die Lösungen offensichtlich, und wir sollten nicht unnötig Zeit und Ressourcen für Pilot­projekte verschwenden. Zudem wäre es auch Pflicht der Stadt Uster, ihre Steuerzahlerinnen und Steuerzahler ernst zu nehmen und verantwortungs­voll mit Steuergeldern umzugehen.

Packen wir die Probleme an der Wurzel, anstatt Symptome zu bekämpfen – zugunsten von allen unseren Schülerinnen und Schülern.

Dieser Leserbrief bezieht sich auf den Artikel «Kindergarten-Pilotprojekt in Uster soll weitergeführt werden» vom 4. Juni.

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