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Wachstum als Selbstzweck?

In den Städten – wie hier Wetzikon – wird immer dichter gebaut. Das stete Wachstum macht einem Leser Sorgen. (Archiv)

Foto: Christian Merz

Wachstum als Selbstzweck?

Leserbrief

Uwe Scheibler

Wetzikon

Bevölkerungswachstum überall, in allen Oberländer Gemeinden und im ganzen Kanton. Und das nicht erst seit Kurzem, nein, schon seit rund 100 Jahren wächst die Bevölkerung mit einer Rate von einem Prozent pro Jahr.

Kein Wunder, kommen wir kaum hinterher mit dem Bau von Wohnungen und der ­Schaffung von Arbeitsplätzen. Aber auch kein Wunder, dass damit der Flächenverbrauch für Siedlung und Verkehr, der Material- und Energiever­brauch sowie die Abfallpro­duktion ständig anwachsen. Das Dumme an dieser Entwicklung ist nur, dass diese zunehmenden Ansprüche und Verbräuche im Ungleichgewicht mit den vorhandenen natür­lichen Lebensgrundlagen stehen. Das Beispiel Boden und Ernährung zeigt das: Vor 100 Jahren lebten eine halbe Million im Kanton, und jeder Mensch hatte durchschnittlich die Mindestgrösse von knapp 2000 Quadratmetern Kulturland zur Verfügung. Heute ­zählen wir 1,6 Millionen und müssten theoretisch noch von 430 Quadratmetern leben. Das reicht bei Weitem nicht, und bis 2050 geht das kanto­nale Amt für Raumentwicklung sogar von zusätzlichen 400 ​000 Menschen aus.

Da wir heute schon im Verhältnis 4 zu 1 über der verfügbaren Umweltkapazität leben, geht das nur noch stärker auf Kosten anderer Regionen und künftiger Generationen. Vielleicht sollten wir uns bei den anstehenden Ortsplanungs­revisionen nicht nur Gedanken über neue Baugebiete und Verdichtungen machen?

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